Roddy Radiation’s Skabilly Rebels
Achtung: Das hier ist nicht das große, neue Ding! Hier geht es nicht um Trends, Hypes oder was auch immer. Been there – done that. Ein Kommentar, den Roddy Byers, aka Roddy Radiation, sicherlich zu etlichen Geschehnissen beisteuern könnte – wenn er denn wollte.
Roddy war eine der Triebfedern der legendären Specials, Hauptverantwortlicher für Klassiker wie 'Rat Race' oder 'Gangsters'! The Specials tourten mit The Clash, später unter dem Boom des 2Tone mit ihren Labelmates Madness und The Selecter und bespielten wortwörtlich in ihrer kurzen Blütezeit jedes Land dieser Erde Musikgeschichte. Keine andere Band hat den damals beinahe vergessenen Ska wieder zurück auf die Bildfläche gerufen wie The Specials – und somit Roddy Radiation.

Er war schon immer ein Pioneer des Zusammenfügens von Musikstilen, die auf den ersten Blick nicht unbedingt zusammenpassten. Ska, Reggae und Punk hatte vorher kaum jemand auf diese Art gekreuzt. Nach dem Ende der Specials besann sich Roddy auf seine Wurzeln, den Rock´n´Roll.
Roddys Songs zeichnen sich durch feinsinnige Arrangements aus, Melodien kreisen immer um die Gitarre und den Gesang, effekthaschende Spielereien sollen andere machen, die sind hier überflüssig. 'Ehrlich' ist wahrscheinlich das passendste Wort. Roddy selber bezeichnet seine Musik bescheiden als Skabilly. Das ist nicht das neue große Ding, sondern einfach nur gute Musik. (Info & Foto: Grover Records)

Link zur Roddy Radiation's-Homepage
   
Florian Heilmeyer: »Wer's nicht weiß: Roddy Radiation ist vor sehr langer Zeit einmal der Gitarrist der Specials gewesen, ja, genau, DIE Specials. 'A Message to you' und so. Diese mittlere Bekanntheitsstufe, die Herr Radiation damals erlangte, die mag er seitdem nicht so recht loslassen. Deswegen nennt er diese Soloplatte und sich selbst einen 'Skabilly Rebel', läuft übers Land und behauptet, einen Musikstil namens Skabilly erfunden zu haben. Meiner bescheidenen Meinung nach KANN es einen solchen Musikstil gar nicht geben: sowohl Rockabilly als auch Ska leben ihrem Charakter nach von ihrem klaren Rhythmus, man macht also entweder oder. Aber niemals und.
Darunter leidet dann auch dieser Mann: die Platte, die er hier vorlegt, ist ganz hervorragender Rockabilly mit viel Surf und Western (oder Country, da kenn ich mich nicht aus!). Gleich zum Beginn steht mit 'Desire' ein Rockabilly-Kracher a la Stray Cats zu ihren besseren Zeiten. Dem folgen mit 'Hook, Line & Sinker' und 'Bonediggin' zwei Western-Stücke, die Johnny Cash kaum besser hätte machen können. Die wunderbare Stimme und der angenehme Gitarrenklang, sowie die vielen Überraschungsmomente machen diese Platte keine Sekunde langweilig, sogar schwächere Lieder wie 'Black Leather Jacket' werden von den starken Lieder einfach weggespült. Ganz am Schluss werden dann auch noch quotenmässig zwei Offbeat-Stückchen runtergerasselt.

Aber das ist eben das Problem: Skabilly draufschreiben und auch noch ein Cover, das Assoziationen irgendwo zwischen Two Tone und The Clash aufkommen lässt. Dann aber Western und Rockabilly spielen? The Great Skabilly Swindle? Es wäre schade, wenn diese wunderschöne Platte aufgrund der falschen Kategorisierung nicht die gebührende Beachtung fände.«


Roddy Radiation - Skabilly Rebel
1. Desire
2. What's The Matter
3. Hook Line & Sinker
4. Bonediggin'
5. Blues Attack
6. The Man With No Name
7. Lorraine
8. Judgement Day
9. Doldrums
10. Don't Drive Me
11. Heartbreak City
12. Black Leather Jacket
13. Nothing Lasts Forever
14. Falling Angel
15. Blue Angel
16. Dream World
17. Reckless Romance
18. Dixie Ska
CD: Grover, 2005

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