The Toasters + 3 Minute Warning 20.9.2008 in Greven / NRW
Konzertbericht und Fotos von SkaForty
 
3 Minute Warning
Irgendwie habe ich im Moment die Angewohnheit jedes Wochenende (ungewollt) Männerfreundschaften zu schließen. Erst letzte Woche der Fahrradfahrer in der stockfinsteren Nacht ohne Licht und diese Woche – kaum in Greven angekommen – meinte so ein sturzbesoffener Penner mich zutexten zu müssen. Ich bin mal gespannt, welche gestrandete Existenz sich meiner nächste Woche beim Boppin'B-Konzert annimmt...

Natürlich war ich mal wieder viel zu früh vor Ort (womit mein neuer Freund reichlich Gelegenheit hatte mir wahnsinnig wichtige Dinge aus seinem Leben zu erzählen, wie z. B. das er letzte Woche beim Andrea Berg-Konzert war oder das man mit dem Nacktbus in 1 1/5 Stunden von Osnabrück in Greven ist – mein Gott!! – Informationen ohne die mein Leben sinnlos wäre!!) und womit das Organisationskomitee von 'emsboom' gleich mal eine satte 6 von mir ausgestellt bekommt, weil der Zeitplan ziemlich dämlich aufgestellt war. Aber dazu später (etwas) mehr.

Um Punkt 21.00 betrat die spätpubertäre Schüler-Band 'Boozed' die Bühne, die so schlecht war, das ich nie wieder ein Lied von ihnen hören will. Die spielen irgendwas mit Rock. Zu schlecht um sich weiter damit zu beschäftigen. Nach einer seeeeehr langen Stunde war der Scheiß Gott sei Dank vorbei.

Eine Viertelstunde später standen schon die Jungs von '3 Minute Warning' auf der Bühne und fegten sofort los. Von den beiden guten Bands des Abends hatte ich mich auf die aus England am meisten gefreut, höre ich mir doch sehr gerne und oft ihre Lieder auf MySpace an und finde sie einfach klasse. Sehr rockiger und schneller Ska, genauso wie er mir gefällt. Allerdings – und das muss für eine Band sehr unbefriedigend sein – gerade als sie auf Betriebstemperatur waren, mussten sie auch schon wieder aufhören und das nach nur einer halben Stunde. Sehr schlechtes Zeitmanagement, liebe emsbummler. Mittlerweile glaube ich, das Ska-Keyboarder zwar in erster Linie nach ihrem Können ausgesucht werden aber das zweite Kriterium (und nicht wesentlich unwichtiger) ist, das sie ganz kräftig einen an der Murmel haben müssen (wenn ich so an PASO und Two Tone Club denke), da bildet Chuzz keine Ausnahme. Er wirbelte und skankte herum wie ein junger Gott, schlug mit der Handkante auf sein Keyboard ein, das man dachte, das der Leibhaftige in ihn gefahren sei.

Pünktlich um 22.00 Uhr standen dann The Toasters auf der Bühne. Diese Uhrzeit konnte natürlich nur gehalten werden, indem man 3MW lediglich eine halbe Stunde spielen lässt. Also entweder ich fange mit so einem Festival etwas eher an oder verschiebe es nach hinten oder noch besser: ich lasse weniger Bands spielen. In diesem Fall ist es wohl klar welche ich von vorneherein gar nicht erst hätte auftreten lassen. Mich gruselts jetzt noch.

Die Band um den englischen Wahlamerikaner Buck Hingley gibt es nun seit über 25 Jahren und ihre dauernde Deutschlandpräsenz haben deutlich ihre Spuren hinterlassen: Bucks deutsch wird immer besser. Sie spielten all ihre Klassiker wie 'Weekend in L.A.', 'Shocker', 'Matt Davis', 'Two Tone Army', sowie einige Stücke von der aktuellen Platte u. a. 'Life In A Bubble', 'What A Gwan' und von einigen älteren Scheiben.


Buck Hingley

Wenn ich das richtig verstanden habe, ist der tourbegleitende Posaunist eine Leihgabe einer sehr bekannten Ska-Band aus Dänemark. Dieses Toasters-Konzert erlebte übrigens eine Premiere: ich war nüchtern!! Eine ganz neue Erfahrung für mich. Da ich niemanden für dieses Event begeistern konnte, bin ich kurzerhand alleine hingefahren und war somit Fahrer und Berichterstatter in Personalunion.

Buck hat Geschmack – und ich kann reimen! Nachdem er das deutsche Bier im Allgemeinen und Besonderen gelobt hat, wurde ihm aus dem Publikum eine Flasche Veltins angeboten – er lehnte dankend ab und blieb bei seinem Krombacher. So mag ich das. Man sollte Teile seines wertvollen Lebens nicht mit scheußlich schmeckenden Dingen vergeuden.

Zum Schluß hat man noch ein kleines Pläuschchen mit Chuzz geführt, aber nicht ohne die aktuelle 3MW-CD sowie ein Toasters-T-Shirt käuflich zu erwerben. Kurz bevor ich zum Auto ging erblickte ich tanzende Menschen auf der Bühne und siehe da, der 3MW-Sänger und der Trommler erteilte dem staunenden Publikum (und ja- auch mir, Perry) zielbewusst eine kleine Lektion in Sachen 'Das große Skanking-Ein-Mal-Eins'. Das sah aber ganz anders aus als immer nur auf der Stelle Dauerlauf, Jochen!

Mehr Bilder gibt's hier: MySpace-Skanking Cats

Das wars. Ihr könnt jetzt abschalten.


»Ein Mista Rude Boy«
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