The Butlers aka Bensonmam

The Skanking Cats: »Ich war mal ein großer Butlers-Fan. Das war zu der Zeit, als Wanja noch am Mikro stand. 2001 haben sie sich dann leider aufgelöst. Als ich ihre Reunion-Show – ohne Wanja aber dafür mit überflüssigem Megaphon und neuem Sänger im albernen schwarz-weißen Kirmesanzug – 2008 beim This-Is-Ska-Festival in Rosslau gesehen habe, war ich entsetzt. 'Eine Legende zerstört sich selbst' war mein erster Gedanke. Ich finde, man kann (fast) jedes Mitglied in einer Band austauschen, ohne das es zu großen hörbaren Verlusten kommt (alle Musiker dieser Welt wünschen sich jetzt beim Lesen dieser Zeilen höchstwahrscheinlich, dass sich der Boden unter mir auftut (und es mich in den Höllenschlund schlotzt), aber beim Sänger ist das fast unmöglich. Meiner Meinung nach wäre es besser gewesen, wenn sie sich einen anderen Namen zugelegt hätten, es hätte ja nichts dagegen gesprochen, das ein oder andere Butlers-Stück ins Repertoire aufzunehmen. Höchst wahrscheinlich fühlen sich die verbliebenen Bandmitglieder auch als The Butlers aber wenn man als Konsument die neue Platte hört, ist der erste Eindruck, dass da was nicht stimmt. Vielleicht hätte man die alten Geister einfach ruhen lassen sollen.

Nun ja, die Berliner scheinen meine Gedanken gelesen zu haben. Sie nennen sich zwar immer noch The Butlers aber zumindest mit dem Zusatz 'aka Bensonmam', was verdeuchtlicht, das hier eine Veränderung stattgefunden hat.

Also gut, schauen wir nach vorne und nicht zurück. Die CD kommt zwar nicht in dem von mir geliebten Digi-Pak, aber dafür weist sie schon ein paar sehenswerte Features auf. Der Silberling ist wahrhaftig ein Silberling, und zwar ein zweiseitiger: die Oberseite ist aufgemacht wie eine silberne LP. Sieht sehr stylisch aus und gefällt mir ausgesprochen gut. Hier folgen sie einer Tradition, denn die CD 'Time Tunnel' hatten sie auch schon als schwarzes 'Vinyl' erscheinen lassen. Zum anderen befindet sich dort, wo man sonst das das Booklet vorfindet zwar eben jenes aber auch ein gleich großes Wackelbild auf dem die Band abgebildet ist. (Ihr wisst schon, die Dinger die wir aus unserer Kindheit kennt, der Fachmann sagt Linsenrasterbild dazu). Texte werden nicht mit geliefert, dafür aber eine (sehr) kurze Bandhistorie. Nach dem Intro folgt ein sehr starkes 'Back 2 Black'-Cover, im Original von Amy Winehouse. Überwiegend wird auf Englisch gesungen, Ausnahmen werden bei 'Kann Es Sein', 'Sonnenschein' und dem Ideal-Cover 'Berlin' gemacht. Der Gesangspart bei 'Its Raining' wird von Nana (Engine 54) übernommen, ist aber auch mit Abstand das lahmste und langweiligste Lied der CD. Hier folgt man ebenfalls einer Tradition der 'Time Tunnel': Sängerin Nana hat bereits hier ein Lied (Duett mit Wanja) gesungen. Mein absolutes Lieblingsstück ist 'Berlin Moscow', da mich dieses an beste Butlers-Zeiten erinnert.

Musikalisch hat man sich nicht großartig verändert. Es erwartet uns flotter, lässiger und auch souliger Ska. Es haben zahlreiche Gastmusiker an der – wirklich guten – Produktion teilgenommen: Engine 54, Jazzbo, Seeed und – wer hätte es gedacht – Dr. Ring Ding durfte auch mitmischen. Ich muss sagen, ich war der Platte gegenüber aufgrund der oben genannten Punkte schon sehr skeptisch eingestellt und eigentlich hatte ich schon mit den 'neuen' Butlers abgeschlossen, aber nach diesem Album führt für mich kein Weg mehr an ihnen vorbei.«

Tracklisting
1. Welcome
2. Back 2 Black
3. P.U.S.H.
4. Sunny Smile
5. Berlin Moscow
6. Butterfly
7. Stormy Weather
8. Wake Up
9. Abbeys Wonderland
10. Kann Es Sein
12. Sonnenschein
13. It´s Raining
14. Berlin
15. Wake Up (Morning RMX Mix)
CD: Rocking Records!, 2012

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