K-Mob - Show de hipnosis

Knarösto JJ Pöpel 05/08: »2005 legte der K-Mob mit 'Cushdy' zweifelsohne eines der besten Debut-Alben der vergangen Jahre vor. Das Erfolgsrezept hierbei: 40% Ska, 40% Reggae, 20% Soul, ohne Kompromisse. Nun also liegt mit 'Show de hipnosis' der Nachfolger-Silberling vor. Seltsamer Titel, seltsames Artwork. Seltsames Album?

Nunmal das Äußere vernachlässigt und der Reihe nach, denn auf die inneren Werte kommt es ja bekanntlich immer etwas mehr an. Unverändert bleibt die Produktion. Der Sound des Albums knüpft in dieser Hinsicht zu 100% an 'Cushdy' an. Kein Wunder auch, für Produktion und Mastering waren wie schon zuvor die Herren Hannes und Blankenberg verantwortlich. Somit wird auf einen gewissen Wiedererkennungswert gesetzt, ein Konzept, das voll und ganz aufgeht, denn schon beim Bläser-Intro des Openers 'Cheap tricks' weiß man sofort, was Sache ist.



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Dafür, dass man keine Trompete braucht, um einen guten Bläsersatz zu komplettieren, liefert der Mob ein weiteres Beispiel. Viele Songs pendeln auch stilistisch in den gewohnten Gefielden, seien es die Rock Steady-Ballade 'Sweet love sensation' oder die Ska-Nummer 'Valley of rain'. Dennoch punktet das Album vor allem mit seinen ungewöhnlichen Momenten.

Da gibt es zum Beispiel ein Stück namens 'Disco', das auch gänzlich so klingt, mit Synthesizer, Disco-Beat und sogar einer dezent verzerrten Gitarre im Hintergrund. Doch damit nicht genug, auch der 'Work Song' belässt den Beat nicht auf 2 und 4, die Strophen gehen teilweise in Sprechgesang über und der Refrain ist Pop pur. Noch mehr aus der Reihe fällt der Song 'Horrorkabinett', am Gesang hier weder Naima noch Moritz, sondern ein tieftönender Gast: Carsten Friedrichs, Sänger der deutschen Indie-Soul-Helden Superpunk. Neben dem Uptempo-Rhythmus unterscheidet sich der Song durch den deutschen Text vom Rest. All diese Songs beinhalten Faktoren, die den traditionell orientierten 'Cushdy-Liebhaber' zu verstören in der Lage sind. Der Skinhead-Reggae-Boom geht am Mob auch nicht spurlos vorbei und mit 'Jah love turn neck' befindet sich eine abstruse Coverversion auf dem Album, die klingt wie eine Aggrolites-Parodie erster Kajüte, wobei aber bezweifelt sein darf, dass das die Intention der Hamburger war. Richtig schön nach vorne geht 'While hanging out', eine soulige Nummer mit treibendem Rhythmus und herrlich warmem Bläsersatz, gutem Gesang und Ohrwurmmelodie – mein Favorit! Alle CD-Käufer erwartet im Übrigen noch ein Bonustrack namens 'Das Herz von St. Pauli', gesungen von der Frauenmannschaft eben jenes Fußballvereins. Da ich aber weder Fußball-Fan bin, noch von Frauenchören begeistert, handelt es sich hierbei um den einzigen Titel, den ich mir bis jetzt kein zweites Mal angehört habe.

Das Resumée für 'Show de hipnosis' fällt durch und durch positiv aus, hier stimmt alles! Sehr mutig sind die Experimente, die die acht Jungs und das Mädel wagen – Riskierfreudigkeit gewinnt! Diese experimentelle Linie zieht sich jedoch nicht durch den kompletten Tonträger, sodass auch der puristisch veranlagte Offbeat-Freund seine Favoriten auf dem Album finden wird. Der K-Mob macht hier einen Spagat zwischen Altbewährtem und Innovation und verleiht sich somit eine Eigennote, die die Hamburger absolut positiv aus der Masse der 1000 Traditional-Ska-Reproduktionsbands - so gut manche davon auch sein mögen - herausragen lassen.«

Tracks:
01 Cheap Tricks
02 Sweet Love Sensation
03 Valley Of Rain
04 Disco
05 Highway 101
06 Work Song
07 The Bricks
08 Better Than Them
09 Jah Love Turn Neck
10 Typewriter
11 Horrorkabinettv
12 On The Green
13 While Hanging Out
14 How Hearts Fail
15 Das Herz von St. Pauli
CD Grover, 2008

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