The Offenders: Generation Nowhere

Florian Heilmeyer: »
Wer sowieso schon musikalisch irgendwo zwischen Ska, Punk, Mod und Rock'n'Roll angelegt ist, der kann seiner hybriden Ader mit der neueste Scheibe von Berlins Offenders mal wieder so richtig nachgeben. Da ist vor allem eins angesagt: Tempo. Der einzige Mikromoment, in dem diese Platte mal kurz Luft holt, ist der kurze Auftakt zum ersten Lied. Aber schon in Sekunde 21 heißt es one-two-three-four und ab da licken die Gitarren und rollt das Schlagzeug und bollert der Bass als ob morgen schon Musik generell verboten sein könnte. Eine gewisse Atemlosigkeit, die sich vielleicht auch in der netten, heiseren Stimme von Sänger Valerio spiegelt.

Apropos Valerio: der hat die Offenders ja eigentlich 2005 in Italien gegründet, aber seit 2009 sind die vier Jungs in Berlin, und irgendwie fühlt man das an ihrer Musik. Das berlinerische meine ich, also einen harten, direkten, ruppigen Charme. Das darf man ruhig auch mal unhöflich finden oder allzu gradlinig, aber auf ihrer fünften Platte haben die Offenders wirklich gelernt, dass Ska-Mod-Punk auch über 13 Stücke hinweg nicht langweilig werden muss.

Prinzipiell ist das zwar das bekannte Strickmuster von Offbeat-Strophen und Punkrock-Refrain mit verzerrter Gitarre und gemeinsamem Gesang. Aber: die eingestreuten Soli, das ordentlich drückende Keyboard und vor allem die gnadenlose Liebe zu guten Melodien machen hier ordentlich einen auf Abwechslung, auch wird mal der 2-tone-Ska, mal der Punk und mal ziemlich astreiner Rock'n'Roll betont. Da brauchts dann zur Abwechslung auch mal keine Bläser - und das sage ich wirklich selten, weil ich immer noch glaube, dass eigentlich jede Band, die überhaupt irgendetwas zu sagen haben möchte, wenigstens ein Blasinstrument beherbergen sollte, bitteschön. Und wer auch 2014 noch in der Lage ist, eine gelungene Coverversion von "Pogo in Togo" auf die Kette kriegt, der ist sowieso alright.

Also, liebe Offenders, eine echt straighte Platte! Im guten Sinne. Ich wollte aufhören, aber nun bin ich bereit euch zu folgen: Sex, and Drugs, and Rock'n'Roll, okay, auch 2014 noch. Und jetzt alle! Und vor allem: LAUTER!«

Tracklisting:
1. Berlin Will Resist (Riot 87 In SO36)
2 We'll Always Be With You
3 Cripple Superstar
4 Stay True
5 Generation Nowhere
6 Tonight
7 Rude Fans
8 Don't Ever Say Again
9 Hell Angela
10 The Youth Pad
11 Face The Power
12 Crying At The Bar
13 Pogo in Togo
CD: Destiny Records, 2014

Diesen Tonträger bei Amazon.de bestellen.