Anger Management League: Why You Bad Soh?
Florian Heilmeyer: »Dr. Deadlock, seines Zeichens eigentlich Sänger des Münchner Ska-Mythos Bluekilla, war schon immer bekannt für seine Lust, auch außerhalb der oft zu engen Genre-Grenzen ambitioniert zu sein. So bastelte er sich nun mit der Anger Managment League den lange gehegten Wunsch, eine Band mit Musikern aus anderen Bereichen zusammen, deren Mission vor allem das schamlose Mischen von Musikstilen ist: Prince Flo (Gesang, Gitarre) und Andor (Schlagwerk) von den Steamy Dumplings sorgen für einen ordentlichen Anteil Punkrock, Tschinge bringt einen Kontrabass dazu, der den Spagat zwischen Jazz und Rockabilly erstaunlich gut bewerkstelligt. Das Saxophon von 'Mad Ouse' kann sowieso von Jazz über Soul bis Ska offensichtlich sowieso alles und Dominik Beyer, Studiomusiker und ansonsten bei der Band 'Jazzophrenic' der Mann an den Tasten weiß ein besonders helles und klares Piano beizusteuern.
Für den ersten Track 'No One Beats the AML' holt man sich dann allerdings noch Trompete und Posaune dazu um mit einem feinen instrumentalen Ska-Stomp einzuläuten. Danach wird aber fröhlich gemischt, Rockabilly, Rock’n’Roll, Punk, viel Jazz und Soul. Und wirklich ist diese Platte immer am Besten, wenn sie die Stile mischt, bei 'Be Bop A Lula' und bei 'Cold Feet' etwa, aber zentral steht eine recht jazzige, freie Interpretation von Ska und Reggae, 'Crooked Beat' ist ein wunderbares Ska-Stück geworden.
Nein, die AML ist kein Symptom für das langsame Verschwinden von Bluekilla. Einfach nur ein gelungenes und musikalisch vielfältiges Nebenprojekt einiger sehr guter Musiker.«
Tracklisting
1. No one beats the AML
2. Be bop a lula
3. Don't get lippy with me
4. After bad come worse
5. Cold feet
6. Moon elevator
7. Bad soh
8. The crooked beat
9. After dub come double
CD: Soulfire / RoughTrade, 2007