The Blaster Master - „Legion Of The Dumped

Florian Heilmeyer 5/2009: »Seit ihrer Gründung sind die fünf Finnen um Zakke Cuba – so etwas wie der große Pate des finnischen Ska – sicherer und beständiger Lieferant von hervorragendem, an den britischen Two Tone Ska der 1980er-Jahre angelehnten Pop-Rock-Ska. Und das meine ich im besten Sinne! Poppig wegen der durchgehend eingängigen Melodien, die man schnell mitsingt und nicht so schnell wieder vergisst. Rockig weil sie sich nicht scheuen, ihre Bässe fett zu produzieren und auch mal auf härtere Gitarren zurückzugreifen, ohne dabei aber in das oft viel zu phantasielose Punk-Ska-Klischee abzugleiten.

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Mit 'Rude Boy Life' haben es Blaster Master nun geschafft, ein brillantes Meisterwerk vorzulegen, das bei jedem Hören und mit jedem Lied noch etwas besser wird. Dabei dacht ich doch, dass 'Skandinista' nicht mehr zu überbieten wäre – und da die Band relativ langsam ist mit ihren Veröffentlichungen, muss man auch immer Angst haben, dass es irgendwann einmal gar keine Platten mehr gibt.

Egal, 'Rude Boy Life' gibt uns alles, erinnert zwischendrin ganz schwer an Madness, Hotknives oder Specials, bleibt aber zum Glück ganz eigenständig und der dicke Rhythmus mit den erwähnten Bässen klingt vor allem fetter als Madness jemals klangen. Ja, die Platte ist nur 32 Minuten lang. Aber jede Minute ist eine gute und wir wissen ja: Nicht auf die Länge, sondern auf die Technik kommt es an. Nicht wahr?«


Skanking Cats 12/2008: »
Ich kann Euch schon mal beruhigen, so schrecklich wie der Name 'The Blaster Master' klingt, so schlimm ist die Musik definitiv nicht. Im Gegenteil. Das beginnt schon mit dem druckvollen Opener 'Beggar´s Catwalk', der schlicht und ergreifend der Hammer ist! Beginnt es in einem tollen Irish-Folk-Gewand, endet es mit einer noch schöneren Dudelsack und Flöten-Einlage. 'So kann es weitergehen!', war mein erster Gedanke, und ich wurde nicht enttäuscht. Mit 'Rude Boy Life' legen die 5 Finnen ihr bereits viertes Album vor, 1997 erschien Ihre Debut-CD 'Skanga'.

Nicht nur der Bandname wirkt auf den ersten Blick ein klein wenig abschreckend, auch das Cover-Artwork des eleganten Digi-Pak hat etwas von einer 70er-Jahre-Blümchentapete. Wenn ich könnte, würde ich das Innere nach außen kehren, denn da sieht es doch irgendwie ansprechender aus. Aber das sind natürlich nur Äußerlichkeiten, viel wichtiger ist die Musik und die ist wirklich toll, auch wenn ich ganz klare Minuspunkte für die viel zu kurze Spielzeit verteilen muss, die lediglich 32 Minuten beträgt und für das Fehlen der Texte.

Mit dem Titelstück 'Rude Boy Life' erinnern Sie (gewollt?) stellenweise an The Clash. Freunde des gepflegten Two-Tone und 3rd Wave Ska kommen hier auf alle Fälle auf ihre Kosten. Ich hab mich sogar dabei erwischt, wie ich mit meinem Kopf gewippt habe. Für einen eingefleischten sturen Ostwestfalen schon ein grenzenloser Gefühlsausbruch.

Also gut, da die CD (leider) sehr kurz gehalten ist, will ich mit meiner Rezension mal nicht aus der Reihe tanzen. Ich kann hier eine ganz klare Kaufempfehlung aussprechen. Bei solch fantastischer Musik stehen nicht nur beide Daumen ganz weit oben! Diese Band zeigt mir mal wieder, dass mein Faible für skandinavischen Ska absolut gerechtfertigt ist und dass in diesen Breitengraden ein schier unerschöpfliches riesiges musikalisches Potential zu stecken scheint. The Blaster Master müssen in keinster Weise den Vergleich mit solchen Größen wie z. B. The Valkyrians, Babylove & The Van Dangos, Duck Soup, The Liptones uvm. scheuen.«

Tracks:
1. Beggar's Catwalk
2. Rude Boy Life
3. Ray Says
4. Life is a Grave
5. Runs in the Family
6. Brains of Youth
7. Desperation
8. Monika
9. I Don´t Pay Any Mind No More
10. Hard Rain
CD: Bale Records, 2008

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