Blue-Babies: Aguggamidda!

Skaforty: »Nachdem ich vor kurzem eine E-Mail von dem Blue-Babies-Niko bekam und gefragt wurde, ob ich nicht Lust hätte eine Rezi über die neue CD mit dem außergewöhnlichen Namen 'Aguggamidda!' zu schreiben, habe ich den Silberling nun gerade in den CD-Player geschoben. Dieser CD-Titel ist übrigens nicht zufällig gewählt, weil den Blue Babies gerade nix anderes einfiel. Nein, er ist mehr als ein Tribut an die alten Tarzan-Filme mit Johnny Weißmüller gedacht.

Nun höre ich schon mein halbes Leben lang Ska und muss zu meiner Schande gestehen, das ich von dieser Band bisher nie etwas gehört habe, weder musikalisches, noch das sie überhaupt existiert. Dabei gibt es sie schon bereits seit 15 Jahren und bei dieser CD handelt es sich bereits um ihren zweiten Longplayer, auf dem es sowohl einige Eigenkreationen wie z. B. 'Keep Skankin', welches als Opener eine sehr gute Figur macht und somit dem geneigten Hörer sofort zeigt, womit er hier zu rechnen hat: nämlich mit allerfeinsten 3rd-Wave-Ska. Dann wäre da noch 'Ach was', 'King of Coffee', das bereits erwähnte Titelstück 'Aguggamidda!', 'Jelly' und der Bonustrack 'King of Coffee – Hot Cappuccino Mix'.



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Aber auch diverse Coverversionen gibt es, wie z. B. das ganz fantastische Kraftwerk-Cover 'Das Modell'. Das ist wirklich verdammt gut! Und wenn ich das schon als alter Kraftwerk-Fan sage, dann ist das auch so! Die eingängigen Synthesizerpassagen werden hier von einem Akkordeon übernommen – allein dies ist Grund genug sich diese Platte zuzulegen!

Dann wäre da noch 'Ubangi Stomp' (von dem ich eigentlich bis heute dachte, das es im Original von Stray Cats ist, aber die beiliegende Pressemitteilung belehrte mich eines besseren. Oder auch das 'HardSka Medley', welches aus 'Hells Bells', 'Eye of the Tiger' und 'Black Betty' besteht – also alles mitgröhlfähige Hymnen.

Das Lied 'Riders on the stormfire' setzt sich aus den Doors-Klassikern 'Riders on the storm' und 'Light my fire' zusammen. Dann hätten wir da noch 'Bad Moon Risin', im Original von Creedence Clearwater Revival.

Die eigenen Stücke sowie die Covers wissen auf jeden Fall zu überzeugen und öffnen das Herz eines jeden Up-Tempo-Ska-Fans! Auch wenn der Bandname es vermuten ließe, auf dieser Platte befindet sich kein einziges Baby, im Gegenteil, es handelt sich hier um absolute Profis an Ihren Instrumenten. Es ist eigentlich völlig untypisch, das mir eine CD auf an Hieb gefällt. Das ist bei dieser Scheibe ganz anders, gleich beim ersten Stück haut es einem die stampfenden Beats um die Ohren, das man gar nicht weiß, welches Lied man am liebsten als erstes hören würde. Und ganz besonders faszinierend finde ich den Einsatz des Akkordeons und die des Kontrabass. Zwei doch eher seltene Instrumente beim Ska aber sie haben durchaus ihre Daseinsberechtigung bzw. sie MÜSSEN einfach dabei sein, denn sonst wären die Blue Babies nicht die Blue Babies, wobei ich damit nicht sagen will, das es nur diese beiden Instrumente sind, die die Blue Babies ausmachen.

Zwei kleine Abzüge muss ich aber dennoch machen. Zum einen für die fehlenden Texte im Booklet und zum anderen für die wirklich sehr kurze Spielzeit von 45 Minuten, die wie im Flug vergehen und man sich wünscht, das die CD nie zu Ende ist.

Und über die 'Freundschaft' zu Roger Cicero reden wir mal bei einem gemeinsam Bierchen (oder doch lieber einem Cappuccino?), wenn Ihr mal Gütersloh oder Umgebung heimsuchen solltet! Worum ich doch jetzt mal ganz stark bitten möchte!

Also, Freunde des gepflegten schnellen Offbeats (und die, die es werden wollen), ab zum Plattendealer Eures Vertrauens und besorgt Euch diese Perle urwäldlerische Sangeskunst. Und sollten sie einmal bei Euch in der Nähe auftreten: geht hin! Ihr werdet es nicht bereuen.«



Tille 10/07: »Was für schräger  Titel habe ich im ersten Augenblick gedacht und dann festgestellt, dass es einen namengebenden Song auf der neuen Platte der Freiburger gibt, dessen Ursprung wohl aus dem Wortschatz von Tarzan und Jane stammen soll.

Markenzeichen der Jungs aus dem Breisgau ist die nicht so ganz typische Besetzung mit Akkordeon, Saxophon und Kontrabass aus der zumeist schnelle, tanzbare Skabeats mit einem guten Schuss Rockabillyfeeling und einer Prise Popmusik entspringen.

Die Blue Babies haben sich auf 'Aguggamidda!' einer handvoll alter Hits aus verschiedenen Gernes angenommen und neu interpretiert.

Vor allem der Elektrohit 'Das Modell' überzeugt in dieser von Kontrabass und Akkordeon geprägten Variante. Ebenso glanzvoll erklingt die Mixtur zweier the Doors Hits: 'Riders on the Stormfire', die dem Stück Musikgesichte mal ein ganz anderers Tempo verleihen.

Die fünf Eigenkompositionen fügen sich gut ein, kommen aber bis auf den Opener 'Keep Skankin' nicht ganz an die sehr guten Coverversionen heran.

Insgesamt ist die CD für meinen Geschmack etwas zu perfekt und sauber aufgenommen. Aber wenn man vom letzten Song einem Diskoremix, den man sich getrost hätte sparen können, absieht, liefern die Blue Babies eine gute halbe Stunde Tanzspaß und das Verlangen die CD nochmal zuhören.«




Tracklisting:
1. Keep Skankin´
2. Riders on the Stormfire
3. Bad Moon Risin´
4. Das Modell
5. Ach Was
6. King of Coffee
7. Aguggamidda!
8. Ubangi Stomp
9. HardSka Medley
10. Jelly
11. King of Coffee – Hot Cappuccino Mix
CD: Blue Babies, 2007

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