Perry Slalom berichtet:
Braces, Sondaschule, 17.03.2004 in Düsseldorf im HdJ
und Soul-Niter in Düsseldorf im AK 473


DIE LANGERSEHNTE GIG-REVIEW!
DIE GEHALTVOLLSTE GIGREVIEW ALLER ZEITEN!
VOLL VON SEX & CRIME SONDERGLEICHEN)


Eigentlich dürfte ich diese Review ja gar nicht schreiben, war ich ja zu sehr unmittelbar ein einigem Vorgefallenen beteiligt. Ist mir aber egal, Eigenlob stinkt nicht so sehr wie meine Schuhe.

Der abartigste und geilste Tag meiner jüngeren Vergangenheit fing ja bereits standesgemäß an, nämlich mit einem abgesagten Fußballspiel und einem in Fahnenquarantäne verbrachten Vormittag. Gott sei Dank kam der Lokal-Skatador rechtzeitig, um einen unverdienten Sieg seiner Thekenmannschaft auf Premiere zu sehen, welchen auch noch meine Lordschaft und ihr ständiger Bodyguard zu sehen kriegten.

Flugs ging es nach Dusldoof, der Stadt mit dem harten Sheriff-Regiment, wo Plage, meine Tochter und deren Lenchen, mit einem abartigen Wodkawackelpudding warteten. Sodann ging es ab.

Das erste Event fand statt in einem Haus der Jugend. Bereits der Weg dorthin zeigte eine hinterhältige Hecke, die dem Heckendiver von lolli geschickt ausweichen konnte. Ein tolles Produkt gab es kurz vor dem HdJ zu erwerben, Plastikpistolen, die kleine gelbe Erbsen verschießen konnten. Diese Pistolen spielen keine Rolle mehr in der weiteren Geschichte, auch die dazugehörigen Fliegerabzeichen nicht. Sie wurden an der Kasse im HdJ abgegeben.

Wir kamen zu spät zu 'Me in the Bucket', die waren bestimmt super. Wir kamen also, in alter Dudescher Tradition zur zweiten Band, der Sondaschule. Die waren aber nicht so geil unterwegs. Nur ein paar Punx pogten, aber aufs heftigste, also verzog sich die Ui-Schar zum DJ Vogel in einen Gang, wo fleissigst geplaudert wurde.

Dort gelang mir auch ein eher unerwarteter Coup, als eine Tresenkollegin recht attraktiven Äusserens und gar annehmbaren Wesens auf meine Begrüßung »Hallo mit Zunge« die erhoffte Zungenbetätigung mit mir zu betreiben sich entschloss.

Eine solche Betätigung erfordert einiges an Zeit und Hingabe, erzeugt aber auch ein gehöriges Maß an Harmonie. Nicht nur daran wird es aber gelegen haben, dass der dazugehörige Braces-Gig mir als ausgezeichnet in Erinnerung verblieb. Sicher lag es auch an einer glänzend aufgelegten Schlüsselbrettbedienerin sowie dem Talent der Musikmischerin. gefiel mir wirklich weitaus mehr als Dortmund und Antwerpen, freut mich besonders, da ich die Braces als äußerst sympathische Leute schätzen gelernt habe.

Zu diesem Zeitpunkt erstreckte sich die bestaufgelegte Ui-schar aller Zeiten auf die Personen Anna, Lena, Plage, Skatador, Lollek und seiner Lordschaft sowie dem von Langlauf. Deren Eindruck des Verlaufs des Abends werden wir noch ausführlich genießen.

Diese umtriebige Schar mischte sich unauffällig unter das sonstige Volk, wohl abgepasste Schlachtgesänge dem sonstigen Gezumpel entgegenhaltend. Verstärkung erhielten diese Recken ab diesem Augenblick vom zwischenzeitigen unschwulen Quotennazi Max, jedoch nicht von den weiteren Vertretern des Ui-Genres Dude und Svenson, welchen unser Gebaren gehörig auf die Nüsse ging. Zu Recht.

Mitten im Hauptbahnhof ward unsrer Tochter Geburtstag mit Menschenpyramiden und einem Blutopfer in Form von Plages aufgrund unserer unvorsichtigen Herumtollerei aufgeplatzten Unterlippe zelebriert. Ein mir fortan unvergesslicher Kultsatz Skatas lautet auch dementsprechend: »Bis gleich wieder einer weint.«

Ungeheuer gezumpelige Leute an allen Bahnhöfen zwangen Lolli und mich dazu, mit den Plastikpistolen, die ja leider doch eine Rolle gespielt haben, aktiv für unsrer Lordschaft Sicherheit zu sorgen. Neue Bereiche durften nun nur noch nach deren festgestellter Sicherheit betreten werden. Wir haben dabei, um das kurz festzustellen, auf niemanden gezielt (ich einmal aus Versehen, danach definitiv nicht mehr), geschossen oder sonstigen gefährlichen Eindruck mit unseren als Spielzeug zu erkennbaren Knarren gemacht.

An einer breiteren Hauptverkehrsstraße übertrieb es dann doch die örtliche Büttelei mit ihrem Sicherheitswahn. Lollek und ich ließen unsere Plastikknarren etwa eine Sekunde vor dem finalen Brustschuß fallen, wie man uns hinterher versicherte. Scheisse gelaufen, die hatten uns echt für was gefährliches gehalten.

Deshalb an dieser Stelle auch mein Aufruf: Spielt nicht mit Kriegsspielzeug! Wie diese Erfahrung zeigt, kann man sich, wie z.B. der Polizist, der auf uns angelegt hatte, sehr wohl auch von grauen Plastikpistolen bedroht fühlen, und das ist sicherlich genauso wenig amüsant wie lolleks und meine Erfahrung, mit einer echten Knarre bedroht zu werden. meine Aufmerksamkeit reichte leider nicht dazu aus, zu registrieren, ob außer uns auch die Anderen bedroht worden sind. Gott sei Dank lief alles ohne weitere Gewalt ab, 'ne halbe Stunde als Adler an der Mauer entbehrt aber trotzdem jedweder Komik.

Es dauerte entsprechend lange, bis wir den weiteren Weg ins AK 47 beschreiten konnten und noch länger, bis unsere Laune wieder einigermaßen wurde. Das AK 47 sollte laut der Ansage der Veranstalter aus dem HdJ zwar eigentlich nicht mit Ska beschallt werden, sondern nur mit nördlicher Seelenmusik, trotzdem tönte uns recht viel Offbeat um die Ohren.

Dort lockerte sich allmählich wieder unser Befinden, so dass wir uns irgendwann auch wieder auf die Fläche wagen konnten. In mehreren Situationen stand es kurz vor Schlägereien. Eine konnte ich sogar unterbinden, indem ich den Jungs sagte, sie würden nach dem Prügeln ja eh miteinander trinken, also könnten sie das auch direkt tun, was sie dann auch taten. Ganz im Ernst, nach dem Schock mit der Polizei hatte ich auf eine Prügelei meines Ex-Zivis überhaupt keinen Bock und jedwede Art von Gewalt wäre mir eher lästig gewesen als sonst was, mich konnte nix mehr schocken...
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