'Knarösto JJ Pöpel' berichtet:
»Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!«
Die Busters im SO36 in Berlin am 05.02.2005
»Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!« So ertönte es an einem wie leer gefegten Fürther Hauptbahnhof um 1 Uhr in der Nacht vom 4. auf den 5. Februar diesen Jahres. So machten sich 'Des Todes' (d er lustige Daniel alias Dr. Kralle und meine Wenigkeit, der lustige Jan alias Knarösto JJ Pöpel) und eine Begleitperson (die lustige Eli) mit dem Nachtzug auf nach Berlin. Nach einer sechststündigen Zugfahrt, die wir aber mit Schlaf verbringen konnten, trafen wir auf die letzte der Gefährten in Berlin, nämlich die lustige Anni von der Ostsee... Hier jedoch soll es ja weniger um unsere Berlin-Reise, sondern viel mehr um jenes Konzert gehen, welches am Abend des 5. Februar im SO 36 stattfand. Hier sollten die Busters zu einem ihrer 'Japanized'-Gigs aufspielen.

Richie, der Sänger von den Busters. Foto: Daniel Weich alias Dr. Kralle
  
So fanden wir uns – inzwischen zu fünft, da am späten Nachmittag noch der Säb zu uns gestoßen ist – ziemlich pünktlich zum Einlass im SO ein, bis dann um 21 Uhr die Vorband 'Q-Ball' aus Köln begann. Musikalisch sei zu dieser Band anzumerken, dass sie sehr poppig gehaltenen Reggae-Ska oder was auch immer spielten. Die Musik an sich empfand ich als erträglich, die Bühnenshow jedoch war mehr als peinlich. So ist der Band ein Mitglied dabei, dessen Aufgabe es ist, bescheuert auf der Bühne rumzuhüpfen und zu 'tanzen'. Dieser muss natürlich als einziger das Klischee des Anzugs erfüllen, während die restlichen Bandmitglieder in Q-Ball-TShirts (gibt es etwas peinlicheres, als den eigenen Merchandise zu tragen?) auftraten. Nun ja, da die Band nichts aufregendes zu bieten hatte, konnte man sich wenigstens mit den Leuten treffen, die man aus Internet-Foren-Schreiberei so kennt. So waren aus dem Ska Talk e.V. (www.ska-talk.com) Fabi (der uns am Nachmittag schon Berlin gezeigt hatte), Halunke, Flying Ska (DJ Vogel) und natürlich Dell anwesend. Letzterer war extra wegen der Busters aus Englang angereist und träumt nach eigenen Angaben schon 16 Jahren davon, sie endlich live zu sehen. Dells Anreiseweg wurde allerdings noch übertroffen. Die Busters-Tour durch Japan im November letzten Jahres hatte tatsächlich zur Folge, dass Leute aus Japan für das Konzert angereist waren.

Dann begannen die Busters endlich mit ihrem Set. Nach dem Intro ertönte die neue Instrumental-Nummer 'Modzilla', die dann in den alten Klassiker 'Scooter Maniacs' überging. Das Publikum war sofort am tanzen. Die sogenannten 'Pogo-Kiddies' hielten sich diesesmal zum Glück in Grenzen, nur ein anderer auf Ska-Konzerten nicht gern gesehener Mythos wurde bis zur Übertreibung zelebriert: das Stagediving.

Die Busters in Aktion. Foto: Daniel Weich alias Dr. Kralle
  
Das Set der 'Japanized'-Tour ist wohl eines der außergewöhnlichsten, die die Busters je gespielt haben. Viele Songs, die man eigentlich auf jedem ihrer Gigs erwartet, wurden gestrichen. Stattdessen wurden vier neue Songs (alle sehr vom Japan-Trip beeinflusst), die im Mai auf einer Single erscheinen werden und viele Raritäten, wie etwa 'Tom Ray' oder 'Apple' dargeboten. Dass die 11 Akteure, die da auf der Bühne standen, aber auch absolute Profi-Musiker sind, bewiesen sie im Laufe des Abends mehrmals. Die Busters-Bläser-Duelle (Tenorsax gegen Posaune in 'Thinkin' of you' und Trompete gegen Posaune in 'The other day') sind ja schon seit längerer Zeit legendär, doch auch Organist Schramme legte in 'Dr. Phibes' eines der beeindruckendsten Solos hin, die ich je gesehen und gehört habe.

Nach Ende des regulären Sets (Songs wie 'Rude Girl', 'Dead or alive' oder 'Mickey Mouse in Moscow' wurden schon gespielt) betraten die Busters wieder die Bühne und spielten einen sehr besonderen Song in Rahmen ihrer Fan-Aktion auf ihrer Homepage (www.thebusters.com): ihre Version des Abstürzende Brieftauben-Songs 'Zu spät' (nicht verwandt mit selbigem Titel von den Ärzten). Nach erneutem Verlassen der Bühne gab es noch mit 'Summertime' den Busters-Überklassiker und erschöpft beendeten die Busters mit 'Still watchin' you' einen äußerst gelungenen Auftritt. Nach dem Konzert ging es noch mit Band und Ska Talker in die gegenüberliegende Kneipe. Nach einem informativen und aber auch amüsanten Gespräch mit Busters-Sänger Richie und DJ Vogel (Berliner Ska-Guru) mussten wir aber schon wieder gehen, da ein Teil meines Anhanges (nennen wir sie Elena H.) zu erschöpft war, um irgendwelche Aktivitäten, sei es nur stehen zu bleiben, erfolgreich auszuführen (Alkohol war allerdings keiner im Spiel). So gingen wir in unser amüsantes Hostel und verließen am nächsten Tag die Hauptstadt. Die Ska Talker sieht man sicher bei einem, der im Sommer anstehenden Festivals, die Busters entweder in der Schweiz, in Frankreich oder ganz wo anders.

Danke an alle für einen äußerst gelungen Ausflug. Es war sicherlich nicht unsere letzte Berlin-Reise!
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