The Busters am 14.September 2005 in Erlangen
Konzertbericht von Knarösto JJ Pöpel mit Fotos von Flo Dream
 
Im Vorfeld dieses Konzerts wurde viel diskutiert.
Wie hinkommen? Wie wieder heimkommen?
Denn ungünstigerweise sah es das Schicksal vor, dass wir beim ersten Auftritt der Busters als Duzend seit dem Rocking Hoot 2002 kein Des Todes (Nacht am Bahnhof) machen konnten: am nächsten Tag war Schule. Nach langem Grübeln kamen wir auf die geniale Idee, nach dem Konzert den Zug nach Herbsruck zu nehmen (alle anderen Züge fuhren zu früh) und von dort aus mit dem Taxi heim. Doch das Schicksal zeigte Erbarmen und sparte uns Geld und Nerven: Sophie erbarmte sich ihrer und kutschierte daraufhin den lustigen Jan, den lustigen Daniel, und die nur ein bisschen weniger lustigen Elena und Igor nach Erlangen.

Trompetengott
Hardy Appich
  
Doch wir wären nicht Des Todes, wenn alles reibungslos abgelaufen wäre. In Erlangen angekommen, fanden wir den Weg zum E-Werk nicht mehr. Schließlich kannten wir diesen nur vom Bahnhof aus. Nach einem Zwischenstopp bei McDonalds und einer gleichen Odyssee durch die Stadt, bei der wir feststellten, dass der Auftritt seltsamerweise mit den Plakaten der vorherigen Tour, Revolution Rock, beworben wurde, fanden wir aber doch zum Veranstaltungsort, wo wir auf Säb, Virginia und Flo trafen.
 
Die Vorband, Skaquadrat aus Berlin, gehört wohl zu den besseren Bands unter den Busters-Vorgruppen. Kein Ska-Punk, sondern richtiger flotter Ska, nur zum Friseur könnte die Hälfte der Band ja schon mal gehen.

Nach einer kurzen Pause ertönte dann einmal mehr das Japanized-Intro »Sukiyaki«. Der Gedanke daran, dass dies das letzte mal sein sollte, dass wir diese Töne vor einem Busters-Gig lauschten, machte mich schon sehr sentimental. Ein letztes mal beim Intro mitgesungen, stürmten auch schon die 10 Instrumental-Busters die Bühne. This is an orchestra - und ab geht's. Wie gewohnt kam Rich zu »Scooter Maniacs« auf die Bühne, während Ron, der neue Sänger, wohl backstage ganz alleine die nerveusesten 3 Minuten seines Lebens verbrachte. Dann durfte er endlich die Bühne stürmen. Mit viel Soul in der Stimme intonierte er »Let's talk about ...«, nach dem es eine sehr rührende Umarmung mit Richie gab. Bei diesem Konzert war Ron noch leicht fremd, was beim Erstgig jedoch ganz normal ist. Alleine schon kleidungstechnisch unterschied sich Ron von den Anderen und wirkte wie ein Fremdkörper zu den anderen Elf. Das Set der Japanized-Tour wurde unter Rich und Ron aufgeteilt, wobei ich sagen muss, dass sie sich für meinen Geschmack viel zu oft die Lead-Vocals eines Songs geteilt haben, das gefiel mir bei den früheren Busters mit 2 Sängern besser.

Quitte hat den Groove
 
Ein Tiefpunkt der Show war die Vorstellung der Solisten nach »Thinkin' of you«, was aber nicht an der Band lag, sondern an den Farin Urlaub Fans, die jetzt, wo die Racing-Team-Tour vorbei ist, meinen, auf Busters-Konzerten nerven zu müssen. So bekam Posaunist Robert einen kreischenden Applaus der Girlies, während Fischi am Tenor-Saxophon von ihnen völlig übergangen wurde.
 
Leider erreichte das Konzert noch einen zweiten Tiefpunkt, der auf das Konto der Busters geht. Der neue Song »Radio Smash Hit« stellte sich, zumindest aus der Sicht eines eingefleischten Ska-Fans, als Flop heraus. Viel zu viel E-Gitarre, zu viel Punk, klingt eher nach Beatsteaks oder Farin Urlaub als nach Busters, setzen, 6. Die Inspiration, die Farin Urlaub da wohl brachte, sollten die Busters sich eher sparen, aber eine monatelange Tour fährt wohl leider nicht ganz spurlos an einem vorbei. Bleibt zu hoffen, dass der Song sich als einziger Fehltritt auf dem neuen Album »Evolution Pop« (erscheint am 18.11.) entpuppt.

Irgendwann geht jedes Konzert zu Ende und nach dem obligatorischen »Summertime«, bei dem Des Todes demonstrativ stehen blieben und die Arme verschränkten (eine Geste, die Robert, der uns daraufhin kurz nachahmte, wohl ziemlich unterhaltsam fand), folgte ein (für uns) letztes mal »Still watchin' you« und aus war's.

Richie nachdenklich
 
Jetzt heißt es Vorfreude. Vorfreude auf das neue Album (auch wenn der neue Song wenig verspricht) und Vorfreude auf die Evolution Pop Wintertour, bei der Ron dann mal zeigen kann, was er drauf hat. Hua!

  

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