The Dead 60s: The Dead 60s
Florian Heilmeyer: »Angeblich haben sich die vier jungen Briten fast ein Jahr lang zu Hause in ihrem Probenraum eingeschlossen, um sich quasi wissenschaftlich mit ihrem Stil zu beschäftigen. Oder besser: mit dem, was einmal ihr Stil werden soll. Die Medienlandschaft war sich schnell einig, dass hier etwas Grosses im Untergrund der englischen Szene gewachsen war und schon wurde vom nächsten großen Ska- und Reggae-Hype gesprochen. Wegen einer Band oder vielleicht zwei. Dabei ist auf dem Debut – auch wenn es eine Doppel-CD ist – schon ganz gut zu hören, was bei ihrem Konzert in Berlin augenscheinlich wurde: nach sechs Liedern ist die Luft ganz schön raus und irgendwann ist dann auch gut.
'Riot Radio' ist ein krachiger Opener mit allen Qualitäten: man kennt es, weil es ein bißchen nach THE CLASH und SPECIALS riecht und somit nach dem Besten, was die Insel je hervorbrachte. Man muß sich nicht lange beschnüffeln, die Platte ist ein alter Bekannter mit großer Ohrwurmqualität: 'Ghostfaced Killer' ist mit dem hüpfenden Keyboard eine perfekte Single-Auskopplung und 'Train to Nowhere' oder 'We Get Low' sind langsame Reggae-Nummern zum Immerwiederhören. Aber allzu oft weiß man nicht, was die Stücke so wollen: 'Loaded Gun', 'Horizontal', 'A Different Age' ist schrammelig-experimenteller Rockpop aus dem britischen Radio abgekupfert. Aber das kommt noch. Viel touren, viel spielen, Spaß haben – die nächste Platte könnte etwas wahrhaft Großes sein, warten wir es erstmal ab

Tracklisting
1. Riot Radio
2. A Different Age
3. Train To Nowhere
4. Red Light
5. We Get Low
6. Ghostfaced Killer
7. Loaded Gun
8. Control This
9. Soul Survivor
10. Nationwide
11. Horizontal
12. The Last Resort
13. You're Not The Law
CD: Dealtasonic, 2005

Diesen Tonträger bei Amazon.de anhören & bestellen.

bllinks.gif