'Beatbuster' von den 2ToneBoys berichtet:
Kingston West - London East - Dortmund Nord am 11.12.2004
MARK FOGGO & THE SKASTERS •
OFFBEAT PROPELLER • THE CLERKS • BRAINBUGS
Ich weiss auch nicht woran es liegt - höre ich irgendwo das der Foggo und seine Skasters auftreten, kann ich es nicht mehr erwarten und bin ganz rappelig. Genaus so war es als ich vom Ska-Festival am 11.12.2004 in Dortmund gelesen bzw. gehört hatte. Da es diesmal keine lästigen Terminüberschreitung wegen so unwichtigen Dingen wie Hochzeiten oder Umtrünken gab, stand einer Audienz beim Foggo nichts mehr im Wege.

Gesattelt und mehr oder weniger vollgetankt machte sich unser kleines Ska-Königreich auf vier Räder mit uns auf den Weg nach Dortmund. Aufgrund der Fahrkünste unseres Kutschers Dirk waren wir auch eine satte halbe Stunde zu früh da, so dass wir noch Zeit genug hatten, ein paar Ideen nachzutanken und ein paar Fotos zu machen. 19:30 Uhr machte der Schuppen auf. Der Spass kostete pro Nase 10 Euro Eintritt.

Für sein Geld bekam man vier Bands zu sehen, die da hießen Brainbugs, The Clerks, Offbeat Propeller und Mark Foggo & The Skasters. Bevor ich näher auf die Bands eingehe, muss ich an dieser Stelle bemerken, dass das Happy-Hour-Teils-Biermarken und Teils-Bargeld-System jeglicher Logik widersprach und mich völlig überfordert hat. Macht aber nix – das Bier war trotzdem sehr bekömmlich (wundert mich eigentlich – ist ja schließlich Dortmund gewesen). Aber ich habe ja auch in meiner 50jährigen Konzertkarriere gelernt, auch mit niederen Gebräuen auszukommen. Was aber gar nicht geht, ist diese schale Jauche, die einem in Köln von irgendwelchen vagabundierenden Urin-Kellner vor die Nase gestellt wird – aber ich schweife ab.

DEN Horst, das 'O' mit Bier, der 'Beatbuster und 'Rudeboy' auch mit Bier
  
Das Ska-Festival gab uns die Gelegenheit den Horst (DEN Horst) vom Allska-Forum endlich einmal kennenzulernen. Vorangegangene Versuche waren immer wieder aufgrund terminlicher Schwierigkeiten misslungen. Horst war in Begeleitung einer sehr bezaubernden Dame, deren Name ich aber schon wieder vergessen habe. Ich glaube, es war etwas mit »O«. Die 2ToneBoys wurden an diesem Abend von Horst auch via eigens in der Allska-Schmiede gezauberter Buttons zu offiziellen Allska-Rittern und Ui-Skins geschlagen.
Mit den Beiden gaben wir eine fachkundige Jury ab, die auch gleich bei dem Opener des Abends zur Tat schritt. Der Konzertsaal, wenn man das so nennen will, war eine alte umgebaute Kegelbahnanlage (!). Die Soundanlagen war...naja... sehr provisorisch und klang auch so. Entweder hörte man die einzelnen Instrumente bzw. den Gesang gar nicht oder sie waren viel zu laut. Ein Umstand, der mir Kopfschmerzen und stundenlang ein nervtötendes Piepen in den Ohren eingebracht hat. Daher an dieser Stelle schonmal Punktabzüge für die Hoeschbar.

Wie schon erwähnt, spielten die Brainbugs zuerst auf. Eine, sowie ich mitbekommen habe, Band aus Dortmund, die sonst irgendwo in Garagen auftritt. Nun, wenn es nach mir geht - dann können die auch weiterhin in Garagen auftreten. Obwohl ich mir Mühe gab, wollten die mir so rein gar nicht gefallen. Es gehört eben mehr zu einer Ska-Band als drei Akkorde zu spielen und ab und an ein paar Trompeten-Einsätze zu geben. Ähnlich viel auch das Urteil bei den anderen aus. Aber ich konnte mich ja schon auf die nächste Band, die ich auch schon zweimal zuvor gesehen habe, freuen.

Der Clerks-Posaunist
mit orange-farbener
Flokati-Krawatte
The Clerks spielten nach den Brainbugs. Ich mag die Clerks sehr – eine recht unbekannte, wenn gleich aber auch in meinen Augen und Ohren sehr talentierte Band aus dem Großraum Köln mit ihrem recht unverwechselbaren Frontmann Gero. Er hat so ein liebenswürdiges Bullterrier-Gesicht, so dass man die ganze Zeit geneigt ist, ihm hinterm Ohr kraulen zu wollen. Dazu ist er auch sonst ein sehr offener, feiner Kerl, mit dem ich gerne mal um die Häuser ziehen würde. Dazu hat er sich noch als recht mutig erwiesen, denn mit den Worten 'Ich begrüße den zukünftigen Tabellenführer der 2. Bundesliga' hat er sich in Dortmund nicht all zu viele Freunde gemacht. Ich fands allerdings sehr spaßig. Die Clerks gaben 45 Minuten lang ihr bestes. Allerdings machte ihnen die zuvor genannte miserable Soundanlage sehr zu schaffen. Trotzdem kann ich behaupten, dass die Clerks allgemein sehr gut ankamen. Ich sage denen innerhalb der Ska-Szene noch eine große Zukunft voraus.

Die Offbeat Propeller-Jungs gehen nicht zum Urologen,
wie eines ihrer Stücke es verspricht.
  
Nach den Clerks kamen »Offbeat Propeller« auf die Bühne. Gehört hatte ich schon von denen, so dass ich gespannt war, was die musikalisch so zu bieten haben. Die hatten sogar ein eigenes Intro, so dass ich mir dachte »Wow! Das könnte was Professionelles werden!« Aber leider weit gefehlt. Als lahm und laff stellte sich der Sound von den Propellern vor. Vielleicht tue ich ihnen auch ein wenig unrecht, weil ich nach zwei Songs wieder gegangen bin um einige Gerstensaft-Kaltschalen zu trinken, aber auch von den Leuten, die bis zum Schluss dageblieben sind, habe ich nicht viel positives gehört. Jetzt konnte nur noch der Foggo das bisher eher musikalisch durchwachsene Festival zu einem ruhmreichen Ende führen und wer den Foggo kennt, der weiss, dass er ein Garant für tanzbaren Ska und jede Menge Fun ist.

Mark Foggo und 'Gebläse' beim Warmtanzen
  
Die Skasters hatten lange vor ihrem Auftritt mit der besagten Soundanlage zu kämpfen, so versuchte sich Gitarrist »Mr. Fish« nachher höchst selbst am Mischpult. Als Mark erkannte, dass alle Mühe für die Katz war, egal wie lange man jetzt noch am Mischer herumfummeln würde, begann er einfach mit dem ersten Song. Keinen zu früh, denn die Stimmung im Publikum wäre wenig später wegen der langen Warterei möglicherweise gekippt. Der negative Beigeschmack aufgrund des wirklich grausamen Sounds war aber aufgrund der Performance und des Talents von Mark Foggo und den Skasters schon bald verflogen.

  

  
Zuvor hatte ich gelesen, dass Mark sich vor wenigen Tagen einer Leistenbruchoperation unterzogen hatte, so dass ich angenommen habe, dass Mark sich mit seiner Bühnenshow verständlicherweise zurückhalten würde, aber, glaubt mir, was ich auf der Bühnen gesehen habe, hat alles andere, was ich an Show und Performance vom Mark jemals gesehen habe, in den Schatten gestellt.
Der Mann hüpfte von links nach rechts, von vorne nach hinten und stand nicht eine Sekunde lang still. Das Publikum war sofort Feuer und Flamme. Er selbst hatte wohl sehr bedauert, das letzte Konzert aufgrund seines Leistenbruches hat ausfallen lassen zu müssen, so dass er sich wohl dachte »Jetzt erst recht!«. Erfreulich war auch, dass er ein neues Programm zusammengestellt hat, mit teilweisen bekannten, teilweise auch unbekannten Songs und natürlich allen seinen Knallern wie »Mission of Ska«, »Ramona from Barcelona«, »Ska Pig«, »Hair Cut«, um nur wenige zu nennen.

Es sollte nicht lange dauern, da tropfte eine Mischung aus Bier und Schweiss im nicht klimatisiertem Keller der Hoeschbar von der Decke. Die Luft war zum schneiden, aber für die Menge gabs kein Halten. Auch das sonst so nervige Gepoge hielt sich vielleicht auf wegen der schlechten Umstände glücklicherweise in Grenzen. Mark und die Skasters feuerten in rund zwei Stunden ein Ska-Feuerwerk vom Besten ab und bewiesen wieder einmal Ihren Anspruch auf den Fun-Ska-Thron.

Mark Foggo lässt
die Hosen runter

  
Nach dem Gig hat die bezaubernde Dame vom Merchandising-Stand (wenn man das so nennen will) uns noch einen Blick in den »Backstage« Bereich gewährt. Und was soll ich Euch sagen? Ein Leben voller Sex, Drugs und Rock'n'Roll!! Nachdem wir uns den Weg über und durch hunderte kreischende Mädels gebahnt hatten, hatten wir noch Gelegenheit ein paar nette Fotos mit uns und dem Mark zu machen, die jetzt neben anderen geilen Fotos von dieser und anderen Veranstaltungen auf der Homepage der 2ToneBoys zu bewundern sind.

Müde aber zufrieden und mit einigen neuen Buttons, T-Shirts und CDs ausgestattet, machten wir uns wieder auf den Heimweg, wo wir, nachdem wir uns selbst und unser Ska-Mobil gefüttert hatten, auch einigermaßen heil und gesund ankamen.

'Beatbuster' der Autor dieser Konzertrückschau
mit Mark Foggo

Alle Fotos auf dieser Seite:
'TheBeautyAndTheBeat'
von den 2ToneBoys
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