The Impalers - Blood, Rum & Reggae

Florian Heilmeyer: »Es ist schon alleine eine gewisse Ehre, auf Axe Records veröffentlicht zu werden. Das kleine, dem traditionellen Ska und Reggae stur verpflichtete Label hat bislang überhaupt erst eine einzige Veröffentlichung, aber das war das fantastische Debut der Aggrolites: 'Dirty Reggae', 2003. Nun kommen die Impalers, die zwar auch den traditionellen frühen Reggae der Aggrolites spielen, aber ansonsten zum Glück keine weiteren, direkten Parallelen aufweisen. Und das, obwohl Aggrolites-Frontmann Brian Dixon 'Blod, Rum & Reggae' produziert hat. Die Impalers sind zwar eine noch junge Band, die Mitglieder sind allerdings schon eine Weile im Ska und Reggae unterwegs – sie eifern also keinen direkten Vorbildern nach, sondern haben einfach ein sehr genaues Bild von der Musik, die sie erzeugen möchten.

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Es wäre zu viel zu sagen, die Impalers seien aus der Asche von den großartigen Inciters entstanden. Hier vereinen sich ehemalige Mitglieder von Let’s Go Bowling, Skankin’ Pickle, 78 RPM’s und eben The Inciters – die Band hat es aber nicht nötig, auf die Meriten von gestern und vorgestern zu verweisen. Prinzipiell ist es ja auch unwichtig, in welcher Band Du gestern warst – jetzt sind die Impalers da.

Natürlich ist die dunkle, soulige Stimme von Cindy Chi absolut prägend für die Musik – sie allerdings reflexhaft mit Phyllis Dillon und/oder Doreen Shaffer zu verlgeichen (weil das ja auch Frauen sind) finde ich etwas langweilig. Dawn Penn funktioniert als Vergleich sicher besser, schon wegen des humorvollen 'No, No, No'-Refrains bei 'On The End of a Rope'! Aber auch, weil die Stimme von Dawn Penn immer schon ganz stark Richtung Sould und Motown zog, ebenso wie die von Cindy Chi. Aretha Franklin passt auch gut, aber deren Stimmvolumen bekommt Cindy nicht ganz hin. Das dazu eine dickliche Orgel (größer denn je: Lars Nylander, früher Skankin’ Pickle) wie zur besten Zeit von Jackie Mittoo die Musik prägt könnte schon ein Verdienst der Mischers sein (siehe oben, eben doch etwas 'dirty'). Dazu kommen auf der Platte schöne Rocksteady-Perlen wie 'Holding On To You' (als Wermutstropfen: kein mehrstimmiger Gesang, leider!).

Wenn die Aggrolites also den 'Dirty Reggae' geprägt haben, dann können die Impalers vielleicht den 'Clean Rockin Steady' besetzen – oder so. Besonders dankbar bin ich ja für die schönen instrumentellen Stücke, z.B. 'Metro Azul', wobei die Bläser hier eindeutig noch Entwicklungspotenzial haben. Jetzt sind die Impalers erstmal auf Europa-Tournee, also schaut schnell auf Ihre Homepage wann sie in eurer Nähe spielen – wenn sie live dann, wie alle Skabands, noch besser sind als auf dieser Platte, dann steht einem groovigen, rockenden Abend nichts, aber auch gar nichts im Wege.«

Tracklisting
1. Mission Strut
2. On The End Of A Rope
3. Uppercut
4. Holding On To You
5. Metro Azul
6. Pocket Money
7. I Vampiri
8. Lucinda
9. Replacement Boy
10.PLAY Nachmittag
11. Judge & Jury
12. The K Line

CD Axe Records, 2008

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