Jim Murple Memorial: Five’n’Yellow

Florian Heilmeyer: »Trotz ihres bereits fünften Langspielers sind die Franzosen um Sängerin Nanou immer noch viel zu unbekannt. Kaum eine aktuelle Ska- und Reggae-Band, die so überzeugenden Retro-Sound produzieren kann. JMM versetzen ihren alten Ska vor allem mit Rythm’n’Blues, etwas Jazz, etwas Soul, es ist als würden die besten Südstaaten-Jazz-Bands auf Jamaika ein Festival spielen, ein sumpfiger New-Orleans-Ska-Jazz. Die ganze Mischung wird mit nur vier Spuren live im Studio aufgenommen, mit allen Verspielern, mit allen Ungenauigkeiten – fantastisch zum Beispiel der Einstieg in diese Platte mit 'It’s Easy': Da legt die Rhythmussektion erstmal wie die Feuerwehr los und rumpelt und stampft und wird dann von den Bläser so sauber ausgebremst, das erstmal ein Tempochaos entsteht bevor man sich auf einen Geschwindigkeitskompromiß einigt und dann schließlich die tolle Stimme von Nanou eine zarte Melodie darüber zaubert.

Diese sympathischen Dogmen haben sie in Frankreich als Vorband für die Skatalites einem größeren Publikum vorgestellt und seitdem hält sich ein harter Kern von enthusiastischen Fans, der mit diesem großartigen Album hoffentlich wieder größer werden wird. Zwischen instrumentellen Ska-Hits wie 'Dare Dare' und melancholischen Nachdenkern wie 'Careless Love', die man ohne Peinlichkeit auch mal öffentlich mit Doreen Shaffer und den Skatalites verwechseln darf. Die Konzerte sind schon schön, aber zu Hause diesen ungeschliffenen Diamanten von Songs zuzuhören ist ein Fest an sich. Die Band sieht übrigens genau so fertig aus, wie ihr Roots-Blues-Ska-Sound es erwarten lässt.«

Tracklisting
1. It's easy
2. Right or wrong
3. Qui que l'on soit
4. A beggar for your kisses
5. Give me your love
6. Dare dare 61
7. Careless love
8. Reggae party
9. You used to say
10. Du bout des lèvres
11. Dream's land
12. Dixit
13. Baby, it's cold outside
CD: Skycap, 2006

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