Liberator - Stand and Deliver

Florian Heilmeyer: »So, liebe Kinder, dann setzt euch mal ans Feuer. Die erste Liberator-Langspielrille seit 2003 ist erschienen und der alte Mann würde deswegen gerne von früher erzählen. Liberator waren ja mal schuld an einer Bänderdehnung, die ich mir durch wildes Herumhüpfen im Berliner Knaack-Club zugezogen habe. Vermutlich war das 1997 und das Lied hieß vermutlich 'Kick the Bucket', welches wiederum vermutlich ein gutes Jahrfünft lang meine persönlichen Ska-Charts anführte.

Nun also das neue Album. Wer mit alten Meriten antritt, der riskiert natürlich, diese zu verlieren. 'Stand and Deliver' ist aber zum Glück so souverän, wie es die 'Ring the Alarm'-EP schon angekündigt hat. (Übrigens ist kein einziges Lied der EP nun auf der LP!) Immer noch pendeln sie zwischen schwermütigen, langsamen und schnell vorwärts-rockenden Ska-Songs, immer mit dem Hang zur poppigen, griffigen Melodie. Druckvolle schnelle Lieder wie Working Week, I Got A Feeling und Pick A Fight sind allerdings klar in der Minderheit.
Sind Liberator etwa älter geworden? Ja, an vielen Stellen (Come Comalong, The Mess I'm In oder Stand And Deliver) erinnert mich das an die späten Madness, sowas wie Michael Caine, Victoria Gardens oder Sun and the Rain. Aber das ist ja gerade schön.

Man muss sich etwas reinhören in diese Platte, daher mein Tipp: erstmal zwei, drei Mal durchlaufen lassen. Dann sitzt es und man gewinnt die Pop-Melodien und sogar das stellenweise kitschige Klavier richtig lieb. Genau die richtige Platte, um die langen Herbst- und Winterabende, die uns bevorstehen, zu verschönen.«  

Tracklisting
1 Head Full Of Nothing
2 (Don’t Go) Pick A Fight
3 Playing The Game
4 Come Comalong
5 Stand & Deliver
6 Working Week
7 The Mess I’m In
8 Story Of You & Me
9 Cost Of Loving
10 I Got A Feeling
11 Human Robot
12 Zombies
CD: Pork Pie, 2009

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