Perry Slalom berichtet:
Lo & The Magnetics aus Kanada im Thalia in Wuppertal am 9.12.2004
Äußerst kurzfristig zustande kam eines der musikalisch erfreulichsten Konzerte der letzten Zeit, welches Lo & The Magnetics aus Kanada in das Thalia im Schwebebahnhof Döppersberg verbuchte.

Die Band um Sängerin Lorraine Müller ist unlängst hervorgegangen aus einer der Institutionen der nordamerikanischen Ska-Szene, den ehemaligen Kingpins, nachdem sie mit dem frisch erschienenen Album »A Part« eine Stilverschiebung vom reinen Ska zu sehr am New Wave der 80er orientierten Offbeat vorgenommen hatten.
Der letzte Tag einer ausgedehnten Deutschlandtour hätte dabei sicherlich auch einen größeren Rahmen finden können, aufgrund der kurzfristigen Buchung konnten sich die fünf Kanadier nun aber, was ihnen sichtlich gefiel, mit ihrer Musik in einem loungigen Rahmen versuchen. Die Skaszene ist bekanntlich sehr vernetzt, und so freute es die Musiker am meisten, tatsächlich einige enge Freunde ausgerechnet am Döppersberg wieder zu treffen – um anschließend mit ihnen ihren Deutschland-Abschied in der Wuppertaler Börse weiterzufeiern.

Der überwiegende Teil des Thalia-Publikums war wohl eher unverhofft auf ein Ska-Konzert geraten, bei immerhin freiem Eintritt aber bekamen Lo & The Magnetics mehr als ein offenes Ohr. Immerhin passte ihre Musik perfekt in diesen Rahmen: eine ausgewogene Mischung an melancholischen Melodien, ein nicht zu forderndes Tempo und ein für den Ska-Bereich ungemein abwechslungsreiches Programm ließen dem Zuhörer viel Freiheit bei der Beschäftigung mit der Musik.

Sängerin Lorraine, einer der letzten großen Frauen im Ska, strahlte selbst in der Ecke vor der Glaswand zur Wupper eine enorme Präsenz aus – wenn sie nicht grad mit Mikro oder Saxophon in der Hand einzelnen Gästen vortrug. Mit viel Elektronikanteil statt eines schmetternden Bläsersatzes und eher zarten Tönen ließ die Band auch die Gläser heile.

Wenn auch nur ein kleiner Teil der heimischen Skaszene die Überraschungsband nicht nur des Herbstes sondern auch des Abends wahrgenommen hat – mit diesem kuscheligen Event haben die Thalia-Betreiber der Szene einen großen Gefallen getan.
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