Masons Arms - Gepackt

Skanking Cats: »Nachdem ich Masons Arms vor einigen Jahren beim 15-Jahre-Grover-Jubiläums-Festival live erlebt habe, war ich erstmal bedient und die Band war für mich abgehakt.

Nun sitze ich hier vor ihrem neusten Album mit dem Namen "Gepackt". Und was soll ich sagen? Die Zeiten haben sich aber sowas von geändert! Die Kölner haben die Zeit hörbar genutzt und geprobt, geprobt und nochmals geprobt und zum Glück das Genre gewechselt! Haben sie damals noch grausam schrecklichen Ska-Rock-Punk gespielt, stehen nun Ska, Reggae, Rocksteady und Soul vom Feinsten auf dem Programm.

Das Erste, was beim Hören auffällt, sind die Texte! Es gehört schon Mut dazu, sich an deutsche Texte zu wagen, da der geneigte Hörer – wenn alles gut läuft – jedes einzelne Wort versteht. Alles das, was sonst im englischen oder anderen Sprachen im Dunklen bleibt, wird hier schonungslos offengelegt. Masons Arms haben aber diesen Mut. Und ich muss zugeben: am Anfang hatte ich meine Schwierigkeiten mit dem Album. Hin und wieder hat man den Eindruck, dass hier nach dem Motto "Reim Dich oder ich beiß Dich!" gehandelt wurde. Nachdem ich allerdings die CD öfter gehört habe und die Texte eingängiger wurden, gefielen sie mir immer besser. Bei manchen Stücken bekommen sie allerdings nur haarscharf die Kurve, und kratzen sehr verdächtig an der ach so viel gepriesenen deutschen Singer/Songwriter-Kiste. Und mit dieser Schublade habe ich ein persönliches Problem, denn damit wird  immer wieder versucht, jedmöglichen Mist zu hypen den der Musikmarkt hergibt. Dabei handelt es sich meistens (wenn nicht immer) nur um uninteressanten, nichtssagenden und weichgespülten Deutschpoprock.

Bis auf "Rabauken" (zu denen ich gleich noch kommen werde), stammen die Texte von Sänger Hanno Schattow. Neben dem ein oder anderen Lied zum Thema "Liebe" ("Raus", "Nur Du", "Wenn Es Das Gibt") und die (manchmal) daraus resultierenden Probleme, einer Reise in die Vergangenheit ("Zurück Zu Dir"), wird auch das ein oder anderen sozialkritische Lied ("Etwas Mehr", "Kennst Du Das") zum Besten gegeben. Auch ist ein Instrumentalstück zu vermelden: der "Diskobus", welcher im übrigen auch im nächsten Lied angesprochen wird. Hiermit sind wir wie versprochen bei den "Raubauken" gelandet. Hier hat - wie sollte es auch anders sein – der beliebteste Doctor der Offbeatgemeinde seine Finger und Stimme im Spiel: Dr. Ring-Ding! Und ich muss sagen: ein sehr cooles und auch lustiges Stück! Ebenso hat er (zusammen mit André Meyer) auch das Album  produziert.  

Tempomässig geht es auf dem Silberling meistens eher ruhig zur Sache, wo ich mir wünsche, dass es hin und wieder auch gerne mal etwas flotter zur Sache gehen dürfte. Aber davon abgesehen, für mich ein klasse Album, und einen weiteren Pluspunkt erhält die sehr liebevolle und extrem schicke Gestaltung des Digipaks und des Booklet. 

Fazit: Masons Arms hat´s "Gepackt"! 

So, nun muss ich aber los, ich Raubauke ich, meinen Arbeitskakao mit Rum pimpen... «

Tracklisting
1. Mädchen Nr. 1
2. Gepackt
3. Etwas Mehr
4. Ich Bin Ich
5. Raus
6. Zurück Zu Dir
7. Du Sagst Nein
8. Nur Du
9. Egal Was Passiert
10. Diskobus
11. Rabauken
12. Wenn Es Das Gibt
13. Kennst Du Das
14. Dub Nr. 1
CD: (Rocking Records! , 2012)

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