Folgerichtig deckt so eine 'Mondo Ska' mehrere Kontinente ab, hinterlässt aber auch weisse Flecken auf der musikalischen Weltkarte, so findet sich keinerlei Ska aus dem pazifischen oder asiatischen Raum, wo doch Japan oder Australien Namhaftes hätten beitragen können. Offenbar waren aber eher die noch unentdeckten Märkte Ideenlieferant, und so darf man dann rätseln, was von Interpreten wie Marktscheider Kunst, Trovaci oder Athena auf russisch, jugoslawisch oder türkisch vorgetragen wird. Neben bereits geläufigem Material z.B. der Malarians, Lord Tanamos (wenigstens ein Jamaikaner auf der Scheibe) oder den Toasters spielt die Scheibe genau dort ihre tatsächliche Stärke aus, wo sie etwas abdriftet.
Da singt eine italienische Truppe auf spanisch über Nicaragua, da raucht mit Victor Rice einer DER US-Top-Skanker seine Sonnenbrillenbügel aus Rio auf portugiesisch. Und da folgt eine der schillerndsten Figuren im Ska überhaupt, King Django, in waschecht schlemihltem jiddisch seinen jüdischen Wurzeln mit hervorragend umgesetztem Klezmer-Ska.
Zusammen Yettaboom der sizilianischen Kapelle Roy Paci & Aretuska, die sich kräftig beim arabischen Son bedient, stellt diese Anleihe an WorldMusic und Folklore die wahre Stärke des Albums dar, die so manchen Horizont erweitern dürfte. Als wahrlich abwechslungsreiches und lehrreiches Album sollte Mondo Ska so manchem als Perle der Plattensammlung erwachsen. Zwar nicht immer tanzbar und mitunter auch Geschmackssache, aber gegenüber jedem einzelnen Silberling im heimischen Schrank immer wieder eine willkommene Abwechslung.«
Als CD und LP erhältlich: Grover Records, 2004