Perry Slalom berichtet:
Moskito Ska-Festival im U-Club 10.01.2003
Paddlecell • Rude Rich And The Highnotes • The Hotknives
Einen sensationellen Einstand gab beim Moskito Ska-Festival im U-Club die Wuppertaler Band »Paddlecell«, die sich mit ihrer Mischung aus Ska und Psychobilly auf Anhieb dem Publikum als authentische und interessante Kraft im Wuppertaler Subkultur-Sektor erschlossen. Dabei gelang ihnen das Kunststück, das Ska-Publikum, üblicherweise Vorbands gegenüber alles andere als aufgeschlossen, auf ihre Seite zu ziehen. Vor allem wegen ihrer seit Jahrzehnten in der heimischen Off-Szene etablierten Persönlichkeiten, allen voran Sänger »Snake« und seine scheinbar in der Whiskyflasche gereiften Stimme, sollten sie große Akzeptanz nicht nur in der Szene finden, wenn auch ihr Spiel noch verbessert werden kann. Nicht überraschend, angesichts des ansonsten hochkarätigen weiteren Line-Ups des Festivals, daß eine phantastische Atmosphäre im Club herrschte. Dies gilt vor allem, weil mit vermehrten Veranstaltungen der letzten Zeit rund um Ska, Reggae und weitere Underground-Musikstile diese Szene im Bergischen vermehrte Aufmerksamkeit erfährt.

Publikum im U-Club

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Urs - ska-pics


Rude Rich And The Highnotes
»Rude Rich And The Highnotes« aus den Niederlanden als zweiter Act spielten Jazz-inspirierten Reggae und Ska traditionell jamaikanischer Art . Dabei zeigten sie sich musikalisch perfekt mit schrägen, aber dennoch passenden, Bläsersätzen, mehrstimmigem Gesang im Stile der frühen Wailers, sowie, typisch für holländische Skankster, leicht durchgeknallt.

The Hotknives mit Publikum
»The Hotknives« aus Brighton präsentierten sich als Speerspitze des europäischen Off-Beats. Bereits Mitte der Achtziger Jahre gegründet, steht der Vierer für essentiellen Midtempo-Ska und exzellentes Songwriting. Dabei waren sie das exakte Gegenteil der Vorgänger auf der Bühne, mit Keyboard statt der üblichen Bläser minimalistisch besetzt und auf größtmöglichen Spaß und radiotaugliche Melodien ausgerichtet. Gerade wegen ihrer - bei allem sozialkritischen Inhalt - selbst bei starker Alkoholisierung mitsingbaren Refrains und mitgrölbaren Orgelpassagen und ihres zum Tanzen perfekten Tempos verausgabten sich die eigentlich standfesten Fans völlig, so daß die anschließende Party ins Leere lief.
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