Perry Slalom berichtet:
The Movement & Big Heat sowie Rude & Visser in Düsseldorf - 26.9.2003


»That was a great moment in the life of a young, innocent guy out of Barmen.«

Abgesehen von den unnötigen Taxikosten im Vorfeld der Veranstaltung entwickelte sich der Abend zu mit dem Besten, was ich überhaupt erlebt habe.

Angefangen hatte alles mit Herrn Skaseppel, der sich mit Freunden und Biermixgetränken bei mir einfand. Mit diesen machten wir uns auf nach Ddorf, um Plage und Smash einzusammeln, immerhin konnte Plage als Wahldüsseldorfer unter Zuhilfenahme der Bahnauskunft, einer falschen Haltestelle und einer zornigen jungen Frau zielsicher ins BüHa steuern. Dort war es der frühe Wurm, der den Vogel abschoss. Also liessen wir die talentierten Skanker um Seppel im BüHa, um uns einen Lift nach Benrath zu erschliessen.

Doch vor das Taxi hatten die Götter der geistigen Umnachtung noch eine schier unlösbare Aufgabe gestellt, denn selbst mithilfe jüngster Fortunaanhänger und etablierten Bilkern gelang es uns nicht, den Besitzer unseres Bilker Lieblingskiosks dazu zu bewegen, uns die oberste Dose Möhrchen aus seinem Regal zu verkaufen. Derart geschlagen traten wir denn die Reise nach Benrath an, um uns in die Kreise der Arbeiterklasse einzureihen.

Nur 26,90 EUR später trafen wir auf gut gelaunte und frisch rasierte Oi!-Skins, unter denen vier Ui?-Skins nicht weiter angenehm auffielen. Relativ schnell sollten holländische Skanker aus der ersten Liga die reifsten Töne des Abends anstimmen. Nächste Niederlage sofort: In Benrath gabs nirgendwo was zu Essen, ein von der Präsenz vieler gepflegt rasierter Jungmänner beeindruckter Fleischentspießer wies uns aber überflüssigerweise den Weg in die Altstadt.

Ebenfalls überflüssigerweise wollte ein Obdachloser an einer Parkbank mit weiteren Obdachlosen auf äusserst aggressive Weise 3 Euro von mir, die er mir geliehen habe wollte. Ich hatte erst realisiert, daß mir der Parkbankbewohner auf die Schnauze hauen wollte, als ich schon ein paar Meter weg war, aber angesichts des Möhrchendesasters fühlte ich keine Aggression in mir.

Rude & Visser waren dann ausgezeichnet. Ich Idiot ertapp mich noch dabei, daß ich dem Dude bei seiner richtigen Einschätzung der ausgezeichneten Bläser widersprach, nur um genau drei Sekunden später schon vollkommen verrückt nach Rude & Visser und deren Bläsern vor der Bühne im Getümmel zu stecken.

Jedes Konzert hat mal ein Ende, und drei Kilo Schweiß später stehen wir also vor dem Benrather Hof, wo anscheinend gar nichts passiert ist.

Dann ab auf ne Privatparty gegenüber von dem Haus, in welchem die Party gar nicht stattfindet; nicht mal für ne richtige Hausnummer ist der Slalom gut. Dort bringen vier gutgelaunte junge Herren und eine bezaubernde junge Dame Schwung in die Juristenärsche. Herr Dumröse, ungefähr so sportlich und gefährlich wie der Haupthyper von The Movement, will mich umbringen. Ich habe mich aber nicht erfolgreich durch einen Haufen Glatzen geskankt, um von Herrn Dumröse umgebracht zu werden, weswegen er mich auf nächsten Dienstag vertröstet. Lebe ich also weiter und kann diese Zeilen schreiben.

Irgendwann ist da das Essen und Trinken alle und wir ziehen alle Richtung Landplage, wo einer von uns auf dem Fußboden schlafen soll. Tut er aber nicht, jedenfalls bin ich irgendwie vom Weg zum Plage abgekommen, aber das ist eine viel schönere Geschichte und wird hier vielleicht später erzählt.

Der Freitag ist jedenfalls erst Samstag Nachmittag zu Ende und war wohl einer der geilsten Tage meines Lebens.
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