Das Pannonia Allstars Ska Orchestra - The Return Of The Pannonians

Skaforty: »Das Pannonia Allstars Ska Orchestra gibt es erst seit 2003 und sie haben es in dieser kurzen Zeit geschafft, sich einen Platz ganz oben im Ska-Olymp zu erspielen. Nicht alleine durch ihre zahlreichen Live-Auftritte in (fast) ganz Europa, auch ihr Debütalbum 'Budapest Ska Mood' zählt für mich zu einem der Besten überhaupt, an dem auch solche Größen wie Dr. Ring-Ding und King Django mitgewirkt haben.

Eine Platte, mit der sie sich in die Herzen vieler Ska-Fans gespielt haben. Sie erfinden den Ska sicherlich nicht neu aber dennoch ist er absolut kreativ und erfrischend. Von dieser Band geht eine Dynamik aus, die einen einfach in ihren Bann zieht. Von daher hat es mich sehr gefreut, das es sich hier nicht um eine Eintagsfliege gehandelt hat und mir die Internetversion der aktuellen CD 'The Return Of The Pannonians' zur Besprechung vorliegt.

Neben der 'Hauptband' gibt es noch zahlreiche Nebenprojekte, wie z. B. 'PASO´s Roots Rockers', die speziell Reggae- u. Dub-Versionen von PASO-Songs spielen, aber auch klassische Reggae-Stücke und eigene Lieder zum Besten geben. Selbst ein eigenes Soundsystem unter dem Namen 'The PASO Soundsystem' ist vorhanden. Dann wäre da noch 'PASO Traditional Ska Special', welches den Ska-Pionieren gewidmet ist und es werden auch nur ausschließlich Klassiker aus den 60er Jahren gecovert. Und last but not least kümmert sich die Agentur 'PASO Booking' darum, das Ungarn ein fester Bestandteil der Ska-Szene wird und veranstaltet Konzerte im ganzen Land.



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Pannonia Allstars Ska Orchestra
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'PASO-Website'

Pannonien ist ein Landstrich in Ungarn und das lateinische Wort 'panni' bedeutet so viel wie 'Lumpen, Tuch' aber Lumpen sind diese 9 sympathischen Herren aus Budapest sicherlich nicht! Eher im Gegenteil. Wer solch göttliche Musik macht, kann einfach kein schlechter Mensch sein. Davon konnte ich mich mittlerweile 3x live überzeugen und es ist / war immer wieder ein Vergnügen.

'The Return Of The Pannonians' fängt da an, wo 'Budapest Ska Mood' aufgehört hat – sehr stark! Das Intro ist – wie für ein Intro üblich – sehr kurz, gefolgt von 'Joseph', welches in einem 3rd-Wave-Gewand allererster Kajüte daherkommt. Beim hören von 'Wicked Away' empfehle ich die Augen zu schließen und man erhält einen Gratistrip Richtung Jamaika. Gecovert wird auch. Und zwar 'Sahara' (mit einer ungewöhnlichen – aber sehr guten – Geigeneinlage. Solange es nicht ZU experimentell wird, bin ich für solche exotischen Ausflüge immer wieder gerne zu haben), welches ja bekanntermaßen von niemand geringeren als vom Godfather of Ska - Laurel Aitken - stammt. Ebenso hat man sich 'Summertime' von George Gershwin vorgenommen, welches ja schon ein paar 1.000 Mal von anderen Musikern interpretiert wurde. In dieser Version stilecht mit einer Frau am Gesang (und Herrn Lord Panamo im Duett). Sehr schönes Stück (also das Lied jetzt). Beginnt es erst sehr langsam und soulig, entfaltet es doch nach kurzer Zeit seine ganze Kraft (allerdings hätte man sich das „piep-piep-piep“ zum Schluß sparen können, klingt irgendwie nach einem Morsecode). Hier dominiert das Keyboard von Mr. P, der auf Konzerten selten auf seinem Stuhl sitzen bleiben kann und auch schon mal mit seinem Instrument über die Bühne springt wie ein junger Derwisch. Zu 'Babylon Focus' gibt es auch ein sehr professionelles Video (einfach mal bei Youtube 'PASO Babylon Focus' in der Suchmaske eingeben). 'Cool it' befindet sich eher im Mittelfeld, ist nicht schlecht aber auch nicht DER Bringer, es plätschert so vor sich hin. Dagegen gehen 'Dem Haffi Run' und 'A Tenkes Kapitanya' schon wieder in die Beine und man würde am liebsten sofort losskanken.

Satte 18 Stücke befinden sich auf dem Silberling, welche in der Gesamtwertung – im Vergleich zu dem ersten Longplayer – ein bisschen abfallen. Aber davon war auch auszugehen, denn so ein Killeralbum wie 'Budapest Ska Mood' haut man ja auch nicht alle Tage raus.

Gerade die Bonusstücke 'Cool Dub', 'Dub System' und auch 'Greed' können nicht überzeugen aber Dub ist auch nicht wirklich mein Glas Bier. Genau das meine ich mit ZU experimentell. Da ist es dem Guten ein wenig zu viel aber hier wird es sicherlich andere geben denen das gefällt. Ebenso wird bestimmt 'Dr. Dermots Choice' niemals mein Lieblingslied, da es für meinen Geschmack einfach zu gitarrenlastig und irgendwie zu düster klingt.

Was ich – wie auch bei vielen anderen nicht englischsprachigen Bands – sehr schade finde, ist das alle Welt meint die englische Sprache wäre der Nabel der Welt, na ja .. vielleicht ist sie es auch aber ein bisschen mehr Mut zur Muttersprache täte vielen sehr gut und das vermisse ich leider auch bei PASO. Wobei schon bei dem einen oder anderen Lied der Sprachmix rauszuhören ist aber es dürfte ruhig ein wenig mehr sein.

Bei 'The Return Of The Pannonians' handelt es sich um ein typisches PASO-Album. PASO-Fans werden also nicht enttäuscht und alles in allem kommt hier jeder auf seine Kosten, da alle Facetten mit diesem Silberling abgedeckt werden: Ska (natürlich), Reggae, Raggamuffin, Dub.

Zu der Aufmachung kann ich leider nicht viel schreiben (außer das das Cover ansprechend gestaltet ist), da mir – wie gesagt – 'nur' die Internetversion zur Verfügung steht.

Was ich aber kann und das mit ruhigen Gewissen, ist eine Kaufempfehlung auszusprechen. Ich freue mich schon, die Jungs (hoffentlich bald) wieder auf Güterslohs Bühnen die die Welt bedeuten, begrüßen zu dürfen!«


Tracks
1. The Return (Intro)
2. Joseph
3. Wicked Away
4. Sahara
5. System Connection
6. Summertime
7. Cool It
8. Dem Haffi Run
9. Break Of Dawn
10. A Tenkes Kapitanya
11. Babylon Focus
12. Dr. Dermots Choice
13. Mo Fyah
14. Moses And The Red Sea
15. Takeover (Outro)
16. Cool Dub (Bonus)
17. Dub System (Bonus)
18. Greed (Bonus)
CD: Megalith, 2007

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Das Pannonia Allstars Ska Orchestra -
Budapest Ska Mood
1. Balkan Fever
2. Police In Helicopter
3. Ignorance
4. Hello Gagarin
5. Where Can I Go
6. All Night Long
7. Rudie's Got A Soul
8. Greed
9. Tell Me Why...
10. Ska-bah-dub
11. Waiting For Salvation
12. Rudeboy Train
13. Mek It A Date
14. Sebaj
15. Policeman
16. Lakotelep
CD: Megalith, 2005

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