Russkaja - Kasatchok Superstar

Florian Heilmeyer: »Die Verbindung von osteuropäischer Volksmusik und den Offbeatrhythmen des Ska bedeutet bei den österreichischen Russkaja zunächst einmal zwei Dinge: irrwitziges Tempo und viel Geschrei. 'Bojko-Bojko' wird mit viel 'oj-jojojoooj-oj-jojojoooj' begleitet, dazu verwickelte Bläsersätze und eine kieksende 'Teufelsgeige', wie man so sagt, wenn das Instrument vor allem auf seine Geschwindigkeit geprüft wird. Wer diese in Berlin zuletzt ja schwer angesagten 'Balkanbeats' also mag, der ist hier schnell zu Hause. Russkaja haben sich über mehr als zwei Jahre hinweg vor allem in Wien eine gewisse Bekanntschaft erspielt – ich habe zwar selber noch kein Konzert gesehen, kann mir aber angesichts der Platte vorstellen, warum schon über tausend Menschen zu einem Russkaja-Konzert geeilt sind. Die Gruppe sprüht vor Tanzkraft. Man hört es beim starken Anfang und am Ende der Platte noch einmal, Lieder wie 'Do Utra' und 'Barabani' sind so guter Folkpunk, man möchte in einem 'Jawoll' rufen.

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Das in der Band noch mehr steckt, nämlich eine gehörige Kelle osteuropäische Melancholie, möchte sie aber ebenfalls gerne beweisen. Gut so, denn wenn bei Lied 2 und 3, 'Dawai' und 'Dope Shit', das Tempo gedrosselt wird, dann wird das Zuhören tatsächlich interessanter – dann kann man beispielsweise hören, dass Russkaja bei 'Dope Shit' vor lauter 'hach, hach, hach!' wie durch den dreifachen Fleischwolf gedrehte BeeGees-Variante klingen. Oder wie Dschingis Khan. Jedenfalls immer mit dem Drang zur durchgeknallten Musik, die vor allem Spaß macht. Skahörern fällt bei den langsamen Liedern auf, dass man diese Band durchaus auch unter 'Ska' verkaufen kann – die Definition muss dann aber sehr locker aufgefasst werden, denn meistens sind die Lieder schlicht Punkfolk, Folkpunk, Punk oder Folk. Merke: Nicht jedes pulsierende ompa-ompa ist Ska.«

CD + DVD: Chat Chapeau, 2008

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