The Slackers - The Great Rocksteady Swindle

Florian Heilmeyer: »Vor kurzem hat Slackers-Frontsau Dave Ruggiero in einem Interview folgende kleine Anekdote erzählt: er hätte sich einen Mitschnitt von einem Konzert im Jahr 1995 angesehen, also immerhin vor 15 Jahre, und er hatte geradezu Angst vor diesem Video. 'Ich dachte, der Unterschied müßte riesig sein. Dass wir alle alt und dement geworden sind, oder dass wir früher einfach ganz anders aufgetreten sind. Aber dann musste ich feststellen, dass sich eigentlich gar nichts verändert hat. Viele von den Leuten, die damals gespielt haben, sind nicht mehr bei den Slackers, aber die Essenz der Band ist genau die gleiche.“ Wer das nicht glaubt, dem sei das "Lost and Found"-Album mit zuvor unveröffentlichten Stücken aus den Jahren 1998 bis 2007 empfohlen.


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So ist es bei eben den Slackers. Entspannung ist König und alles scheint sich in immer wieder kehrenden Kreisen zu bewegen; nun sind sie auch wieder bei Tim Armstrong auf 'Hellcat' gelandet, wo sie seit 'Wasted Days' keine Platte mehr rausgebracht haben. Wasted Days ist dann auch gleich eine gute Referenz zur neuen Platte, denn hier wie dort ist der Gesamteindruck gut, aber mit gemischten Gefühlen. Auch der 'Rocksteady Swindle' hat wieder einige absolute Brillanten dabei. Schon der erste Song 'How It Feels' ist einer dieser ewigen, wunderbaren Slackers-Songs, der schnell ins Ohr kommt, aber nur sehr schwer wieder raus. 'Long Way Off' ist eine dieser unglaublich lässigen Mischungen aus Blues, Western, Surf, Jazz und Ska, wie sie wohl nur die Slackers schaffen können. Mit 'Same Everyday' verstehen sie es auch, die Platte mit einem flotten Stomper ausklingen zu lassen.

Es sei allerdings nicht verschwiegen, dass sich die Platte zwischen diesen Highlights auch einige sehr viel ruhigere Strecken gönnt, die teilweise etwas ins dudlige Hintergrundsmusizieren abdriften. 'Because', 'Sabina', und 'Cheated' sind viele ruhige, sehr langsame, sanft dahin dubbernde und blubbernde Lulli-Stücke, bei denen man sich getrost mit etwas anderem beschäftigen kann. Bier trinken. Aufräumen. Emails lesen. Nette Stücke. Aber nicht wirklich besonders. Das Album wirkt stellenweise einfach etwas unkonzentriert – im Info steht, dass alle Bandmitglieder Songs geschrieben haben und das könnte eine gute Erklärung sein für die sehr unterschiedliche Qualität der Songs.

Fazit: Zwischen ganz großartigen Liedern (und wir sind für jedes einzelne dieser Lieder dankbar!) liegen viele langsame, nicht wirklich Ausgereifte, ja: langweilige Lieder. Als Album ist das irgendwo zwischen 'Self Medication' und 'Wasted Days', aber nicht in der Reichweite von Meilensteinen wie 'Peculiar', 'Redlight' oder 'Better Late Than Never'.«

Tracks:
1. How It Feels
2. Because
3. Mr. Tragedy
4. Cheated
5. Daddy
6. A Long Way Off
7. Bo Evil
8. Tool Shed
9. Ain't No Sunshine
10. Don't Look Back
11. Anastasia
12. Thank You
13. The TV Dinner Song
14. The Same Everyday
CD: Hellcat, 2010
Auch auf Vinyl erhältlich.

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