Tommy Tornado - Sunrise

Florian Heilmeyer 07/2009: »Die CD von Tommy Tornado liegt hier schon eine Weile rum, aber – um ehrlich zu sein – sie lädt rein äußerlich nicht wirklich zum Reinhören ein. Und das ist noch nett ausgedrückt: Nichts gegen DIY, aber das hier geht eigentlich gar nicht. Abgesehen von Herrn Tornados Haarproblem und seiner merkwürdigen Kopfform und seinem äußerst zweifelhaften Blümchen-Hemd geht ja auch der Name nicht! Tommy Tornado? Hallo? Die ganze Platte wirkt wie aus dem Proberaum der Hölle. Ich kenne einige Crust-Core-Platten, die vertrauenerweckender aussehen.

Aber gut. Der Rezensent scheut letztlich vor fast nichts zurück und so findet die CD dann doch ihren Weg ins Abspielgerät. DENN ICH HABE KEINE ANGST. VOR NICHTS. ICH TUE DAS FÜR EUCH, liebe Leser da draussen, ICH WEISS IHR STEHT HINTER MIR:



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Ja gut, es gab auch Hinweise, das dies hier nichts ganz schlechtes sein kann. Da stehen auch andere Namen auf dem Cover: Ernest Ranglin, Rico Rodriguez, Dennis Alcapone, Winston Francis. Und dann die Musik! Wunderbare, entspannte, großartige Ska- und Reggae-Lieder, die allermeisten davon sind Tommy Tornados Eigenkompositionen. Fette Orgeln, lickige Gitarren, präzise Bläser und vor allem – großartige Gesänge und gewaltige Melodien, wie beim "Door Peeper"-Reggae mit Winston Francis oder beim grandiosen "Gladiator" mit Rico Rodriguez. Fantastisch! Später das wahnsinnige, durchgeknallte und völlig atemlose 'Pempelem' mit dem großartigen Crucial T am Mikrophon, wie ein altes Skatalites-Stück von 1959. Was für ein Stomper. Erstaunlich! Groß! 17 Lieder und eines besser als das andere.

Wie kann das sein? Wer ist dieser Mann? Tommy Tornado hat sich diesen bekloppten Künstlernamen vor seinen eigentlich ganz netten Namen Thomas Streutgers gestellt. Klingelts? Genau. Rude Rich & the High Notes. Als er dort anfing war er noch keine 18 und durfte (offiziell!) nicht mitsaufen und musste um 12 ins Bett. Aber die Band hat ihn durchgeschleppt und heute können wir hören, warum. Einen bessern Ska-Saxophonisten (Alt und Tenor) muss man erstmal suchen. Man sagt, er habe in seinen mittlerweile 28 Jahren mehr Luft durch sein Horn geblasen als eingeatmet. Nach verschiedenen Bandprojekten ist dies hier seine erste Solo-Platte und man kann nur hoffen es möge nicht die letzte sein.

Wartet ihr auch seit Jahren auf eine neue Rude Rich-Platte? Kauft euch diese hier, die ist besser! Muss man dazu kiffen? Nein. Könnte man aber. Eine wunderbar bunte, herrlich knarzende Ska-Platte. Und – vor allem wegen des abstossenden Covers – ein echter Geheimtip.«

Tracks:
1. Next Target
2. Door Peeper
3. Mountain High, River Deep
4. Gladiator
5. Mascarade
6. Jah Lick Him
7. Sunrise
8. Clear Vision
9. Cruisin'
10. Candle Light
11. Pempelem , 3:21
12. Tight Spot
13. Rough Style
14. Soulful Time
15. Blowin' At 5 P.M.
16. Mistery Woman
17. Ruff & Tuff
CD:
Rude Rich Records / Sonic Rendezvous, 2007

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