Vic Ruggiero und David Hillyard von den Slackers im Interview
mit Perry Slalom alias Thorsten Georg - August 1999

Die Slackers, oder warum eine Skalegende aus NYC bis nach Hamburg fahren musste, um eine Hooker zu sehen, und was ist das überhaupt?

Im Rahmen der Popkomm fand am 20. + 21. August 1999 das jährliche Skafestival im Bürgerhaus Kalk in Köln statt. Die Gelegenheit war günstig und so nutzte ich den Termin, um mich mit Vic Ruggiero (Keyboards und Lead Vocals) und David Hillyard (Saxophon) von den Slackers zu unterhalten.

Die Slackers wurden 1991 von Vic Ruggiero, Luis Zuluaga und Marq "Q" Lynn gegründet und gehörten von Anfang an zu den besten und beliebtesten Bands der New Yorker Skaszene. Bekannt geworden sind sie bei uns durch die drei Alben "Better Late Than Never", "Redlight", "The Question" und ihre diversen Samplerbeiträge.

Vor allem ihre Art, Reggae und Ska authentisch und mit mehreren Stimmen sehr klangvoll zu intonieren, hat ihnen hier und in den Staaten viele Fans gebracht. Kritiker nutzen jede Chance, die Slackers mit den frühen Wailers zu vergleichen - so auch ich.

  
Perry Slalom: Zuerst mal hallo. Danke, dass Ihr hier seid. Direkt eine Frage, ich lese von euch öfters als »Wailers-Orientierter-Trad-Skaband«, weil eure Vocals mit denen der Wailers verglichen werden.

Dave: Danke, das ist ein nettes Kompliment.

Vic: Wir sehen uns selbst nicht als Traditional-Skaband, eher als »Roots-Skaband« oder so was in der Art. Wir definieren uns eher über den Beat, der Beat macht den Ska aus. Wenn du eine Salsaband beschreibst, nennst du sie halt eine »Roots-Salsaband«.

Dave: In vielen Musikrichtungen ist es so, dass der Beat den Unterschied macht. Wie bei Techno und House, der Stil eines Songs hängt vom Beat ab. Bei Ska ist es genauso, Ska ist ein bestimmter Beat. Man kann sagen, Ska ist im Ganzen eine Unterart von Rhythm'n'Blues. R'n'B ist eine Unterart von irgendwas anderem.

Vic: Nenn es, wie du willst. Du meinst, wir klingen wie die Wailers? Kein Streit. Ich sage höchstens danke.

Perry Slalom: Wer ist denn bei euch für diesen Sound zuständig? Wer singt die Leadvocals?

Dave: Das ist Verhandlungssache zwischen Vic und Marq.

Vic: Auf der ersten Platte, »Better Late Than Never«, war es eine Kombination zwischen Marq und mir. »Redlight« musste ich wegen äußerer Umstände fast alleine singen. Ich musste dann aber dafür sorgen, dass auf »The Question« nicht das gleiche passiert. Ich mag es, Sounds miteinander zu kombinieren, und wenn zwei oder drei Leute singen und harmonieren, ist das großartig.

Perry Slalom: Wenn ihr schon das Pferd von hinten aufzäumt, wie seid ihr zu Ska gekommen?

Dave: Bei mir war das Anfang der 80er Jahre. Da gab es Bands wie The English Beat oder Madness. Die hatten einen super Saxophonpart, der mich begeisterte, also habe ich Saxophon gelernt. So fanatisch, wie ich war, bin ich dann auch irgendwann bei den Skatalites gelandet - ich liebe diese Musik.

Perry Slalom:Hast du dann auch mal mit denen Musik gemacht?

Dave: Nein, mit den Skatalites selbst leider nicht. Ich hatte das Glück mit Roland Alphonso zu spielen, noch bevor er starb. Das war bei einigen Livegigs in den späten 80ern bis Anfang der 90er. Lester Sterling hat mal mit den Slackers gespielt, Roland Alphonso war seit 1989 mit bei Donkey Show dabei.

Perry Slalom: Wer ist Donkey Show?

Dave: Das war die kalifornische Band, mit der ich vor Hepcat zusammengearbeitet habe. Wir machten dieses 2-Tone Ding wie English Beat. Sehr poppig. Damals gab es den Begriff 3rd Wave noch nicht. 1989-1992 hab ich dann bei Hepcat mitgemacht, dann bin ich zu den Slackers.

Vic: Die Slackers gab es damals seit einem Jahr. Wir waren zu der Zeit noch zu dritt. Außer mir waren da noch Luis Zuluaga als Drummer und Marq Lynn am Bass. Wir waren genauso 2-Tone-orientiert wie Dave, unsere Vorbilder waren The Jam, The Specials und The Clash. Nach zwei Jahren haben wir dann Dave getroffen, zudem Jeremy Mushlin aus Boston. Leider hatten wir nie einen Posaunisten, den wir längere Zeit halten konnten.

Perry Slalom: In eurer Anfangszeit seid ihr öfters als Allstarband bezeichnet worden. Seid ihr eine?

Vic: Wir sind definitiv nichts allstarmäßiges. Bevor wir die Band gegründet haben, waren und taten wir absolut nichts. Dave ist der einzige Star in der Band. Ich hab da so meine eigene Theorie, dass er derjenige ist, der den historischen, traditionellen Ska-Beat am Leben hält. Wann immer Dave was mit 'ner Band macht, bedeutet das für die Band einen PopUp.

Perry Slalom: Wenn ihr schon 1991 gegründet worden seid, hat der Name »Slackers« dann irgendwas mit »Generation X« von Douglas Coupland zu tun?

Vic: Überhaupt nicht. Das ist nur ein Spitzname, den einer aus der Band hatte, also haben wir es irgendwann als Bandnamen übernommen.

Dave: Sorry, ich hab gehört, dass irgendwer »Luis is a Slacker« auf eine Wand geschmiert hat.
Vic: Wir haben zu Luis, dem Rumhänger, immer »du Slacker« gesagt. Dann haben wir es mal irgendwann an die Wand im Probenraum geschrieben. Aber wenn Luis ein Slacker ist, und wir in einer Band sind, dann ist die Band eine »Slackers«-Band.

Perry Slalom: Ihr habt ja ein ziemliches Tour-Programm hinter euch, immerhin wart ihr im Februar schon in Deutschland?

Dave: Ja, wir waren im Februar und März in Europa unterwegs. Danach habe ich dann noch eine weitere Tour in den Staaten gemacht. Das gesamte Frühjahr waren wir höchstens mal an Wochenenden zu Hause. Im Sommer sind wir das Ganze ein bisschen mehr easy angegangen und ein bisschen relaxt. Jetzt sind wir seit letzter Woche wieder hier in Europa und waren zuletzt in Skandinavien, wo es uns sehr gut gefallen hat.


Perry Slalom: Wenn ihr soviel unterwegs seid, was bekommt ihr vom Rest der Welt mit, wie z.B. dem Kosovokrieg oder dem Erdbeben in der Türkei?

Vic: Was war das mit der Türkei?

Perry Slalom: Letzte Woche war in der Türkei ein Erdbeben, das viele Menschenleben gekostet und Zigtausende obdachlos gemacht hat.

Vic: Oh, Shit! Nein, das haben wir nicht mitgekriegt. Wie furchtbar. Wie gesagt, da waren wir in Skandinavien unterwegs.

Dave: Wir sind nicht blöd, wir informieren uns schon, schließlich leben wir in dieser Welt.

Vic: Aber teilweise ist die Crew um uns herum schon bemüht, solche Dinge von uns fernzuhalten. Immerhin haben wir uns das letzte Mal, als wir in Europa waren, versichert, nicht in Jugoslawien zu spielen.

Dave: Wie versuchen immer, solche Dinge in unsere Musik einzubringen und mit der Musik, die wir machen, umzusetzen. Wir spielen zwar alten Ska, aber wir sind keine alte Band, denke ich. Die Musik ist aus N.Y., aus den Staaten, da fließt immer was in die Musik ein, also ist sie aktuell, denke ich. Wir versuchen jedenfalls, sie aktuell zu halten.

Perry Slalom: Wie ist denn das Leben in N.Y., und wie sieht die New Yorker Skaszene aus?

Dave: Der größte Teil der Szene ist hier, Mann! (King Django von den Stubborn Allstars hört zufällig mit und schreit im Brustton der Überzeugung: Der wichtigste Teil!) Wenn du genau jetzt eine Bombe auf diesen Raum fallen lassen würdest, würdest du die New Yorker Szene fast ausradieren..

Vic: Genau jetzt könntest du ernsthaften Schaden anrichten.

Dave: Ernsthaft: Eine Menge Leute in N.Y. arbeiten im Moment an Projekten, schreiben Songs, nehmen Platten auf und solche Sachen.
Was Live-Musik betrifft, die ist im Moment total fucked-off, es gibt zur Zeit kaum Orte, an denen Livemusik gemacht werden kann. Einer unserer Lieblingsplätze, das »20 Hour Height«, hat dicht gemacht, eines der größten, das »Venus Traps« hat Live-Musik aus dem Programm gestrichen. Das politische Regime in N.Y., Mr. Giuliano, hat es sehr schwer für die Leute gemacht, Clubs zu führen und zu erhalten. Das Resultat ist, dass Livemusik total verschwunden ist. Da bleibt den Leuten halt nichts anderes, als Projekte zu machen, Songs aufzunehmen und so. Für Livemusiker ist es eine beschissene Zeit.

Vic: Clubs in N.Y. sind einfach wirtschaftlich nicht mehr tragbar. Man darf keine Poster öffentlich aushängen, also wissen die Leute nichts von Konzerten. Wenn eine Band nun hergeht, und Plakate von ihren Veranstaltungen an Privatbesitz befestigt, bekommen aber die Clubs das Ticket. Wenn du zu laut spielst, kriegt der Club das Ticket. Wenn du nicht die richtige Art von Tanzfläche hast, dürfen die Leute nicht tanzen. Also kriegt der Club ein Ticket, wenn wer tanzt.

Dave: Man muss Extragebühren bezahlen, damit die Leute tanzen dürfen. Es ist anders als DJ-Musik. Für Livemusik braucht man eine eigene Konzession. Wie alles am Platz ist auch das halt strenger geworden. Wie der Alkoholausschank, der strenger geregelt wird. Mittlerweile muss man 21 Jahre alt sein, um Alkohol trinken zu dürfen.

Vic: Yeah, wenn die einen unter 21 Jahren mit Alkohol erwischen, können die den Club schließen.

Dave: Und eine saftige, dicke Geldstrafe berechnen.

Vic: Früher war das nicht so. Ich trink Bier seit ich 14 bin, oder länger. Kein Mensch hat mich nach meinem Ausweis gefragt. Jetzt bin ich 27 und jedes Arschloch fragt danach.

Perry Slalom: Habt Ihr euch gefragt, warum das so ist?

Dave: Es ist so, dass die politische Situation in N.Y. zwischendurch mal so aussah, dass sich ein paar Leute gedacht haben, alles laufe ineffektiv und neue Regeln müssten her. Also haben sie sich einen geholt, der law and order bringen und hart durchgreifen sollte. Und den haben wir ja jetzt. Ich mein, keine Sau würde die alle vermissen. Früher wurden angeblich Unschuldige getötet, und jetzt werden laufend Unschuldige geschnappt und für irgendwas vor Gericht gestellt.

Vic: Das ist eine sehr ironische Situation. Ich meine, na klar, die Nachbarschaft ist nett, und alle sind lieb zueinander, aber Typen wie wir können es uns nicht länger leisten, da wohnen zu bleiben, wo wir leben. Die Tatsache, dass die Nachbarschaft schlecht war, hatte wenigstens den Preisvorteil. Es war billig, Mann.

Perry Slalom: Wo in N.Y. lebt ihr jetzt?

Vic: Ich lebe jetzt nicht mehr in N.Y. Ich bin in die Vororte gezogen.

Dave: Vic ist ursprünglich aus der Bronx.

Vic: Dave ist aus Brooklyn.

Dave: Schwachkopf, ich bin aus Kalifornien. Aber für die Arbeit hier habe ich in Brooklyn gewohnt.

Perry Slalom: Seid ihr nicht froh, dass es jetzt auf den Straßen sicherer ist?

Dave: Sicherer? Für wen? N.Y. hat zwar eine sehr schlechte Reputation, die Leute denken, wenn sie nach N.Y. kommen, werden sie direkt erschossen, aber...

Zulu: ...wie in D.C., Mann! Und da ist es auch in Ordnung.

Vic: Ich sag dir mal was. Ich war schon fast überall in N.Y. und habe keine beängstigenden Ecken gesehen. Die Leute waren überall nett. Jetzt ist nicht irgendeine Gewalt weg, sondern der Spaß. Der Spaß ist weg, Mann!

Dave: Vic war ein Fan von Trödelmärkten und Second Hand-Verkäufern oder Imbissständen am Straßenrand. Die verschwinden auch.

Vic: Und die Hookers! Die sind auch weg! Wir mussten bis nach Hamburg fahren, um mal wieder eine Bordsteinschwalbe zu sehen.

Zulu: Du brauchst doch nur nach Queens zu düsen!

Perry Slalom: Hat das Einfluss auf eure Musik?

Vic: Auf jeden Fall. Wie in unserem Song »Soldier«. Der handelt von den Cops in N.Y. Die haben ihre Uniform geändert und sehen jetzt eher aus wie Militär. Eigentlich waren die New Yorker Cops friedliche Polizisten, wie Bobbies. Die Armee, die zeigt ihre Maschinengewehre, aber bei Polizisten hat man nie die Knarre gesehen. Die standen einfach an den Kreuzungen und hatten alles unter Kontrolle. Jetzt stolzieren sie herum mit ihren dicken Stiefeln, Pistolengurten und so. Die sind viel aggressiver geworden, prügeln sogar auf die Kids ein. Die sind total konservativ, und glauben, sie wären in heiliger Mission unterwegs.

Perry Slalom: Anders als in Deutschland. Hier können sie sich ja am Wochenende in den Stadien mit den Hooligans austoben.

Dave: In Deutschland sind wir auch schon mal von der Polizei aufgemischt worden. Als wir vor drei Jahren nach unserem Auftritt in Passau backstage unsere Bierchen schlürften und entspannten, stürmten ein paar Jungs die Bude. Die haben sich direkt Vic geschnappt und an die Wand gestellt. Wir waren total verunsichert, weil die keine Uniform trugen und auf deutsch auf uns einschrien. Wir wollten dann zu Vic und wurden zu Boden geworfen, mussten unsere Schuhe ausziehen und solche Sachen. Wir wussten doch nicht mal, was lief.

Vic: In N.Y. ist mir das auch mal passiert. Da habe ich nie für die U-Bahn gelöhnt, sondern bin einfach über das Drehkreuz gehüpft. Irgendeiner ist dann auf mich los und hat mich am Kragen gepackt. Da hab ich ihm dann eine gedonnert. Der war auch in Zivil und hat nicht gesagt, dass er Cop ist. Der rief nur »He, Schwachkopf« und ich dann »Verzieh dich, Schwachkopf!«. Auf dem Bahnsteig haben mich dann andere erwischt, und richtig hart rangenommen, so mit dem Kopf an die Wand gehauen und so. Das gibt's überall, nicht nur hier in Deutschland.

Dave: Aber Tatsache ist, bei uns wird Politik von alten Omas und verdrehten Yahoos gemacht. Die sind nur an sauberer Nachbarschaft und möglichst wenig Lärm interessiert, aber nicht daran, was sie den Leuten damit antun, die mehr wollen vom Leben als ein plüschiges Sofa. Die sind so verstockt konservativ.

Perry Slalom: Müsstet ihr als Musiker, die traditionellen Ska machen, nicht auch konservativ sein?

Dave: Ganz im Gegenteil. Ich bin überzeugter Sozialist oder Sozialdemokrat, Vic ist eher sowas wie ein Anarchist. Schon allein wegen der Frisur.

Vic: Was ist mit meiner Frisur?.

Perry Slalom: Vorsichtig gesagt, ist sie entropisch?

Vic: Ja, entropisch. I like it. Ich bin kein Anarchist mehr, ich bin ein Entropic! The big E..

Perry Slalom: Wer sind denn diese Yahoos?

Dave: Das sind irgendwie Leute, die durch das Leben gehen und, »Yahoo!« rufen, »Hoo!«. Spießige Leute, die nur auf ihren Verein oder ihr Team fixiert sind, und sich durch ihre Gruppenmentalität definieren. Vereinsmeier halt. Wie in Yahoo.com.

Perry Slalom: Apropos .com. Was bedeuten das Internet und die neuen Möglichkeiten durch MP3 für euch?

Dave: Wir sind neugierig darauf, wie es ist, mal eine Platte nur durch das Internet zu veröffentlichen. Das Problem ist aber das gleiche wie beim Hometaping. Einer zahlt und die anderen 50 haben auch deine Platte. So kann man kein Geld verdienen. Und selbst wenn irgendwann mal ein neues Encodingsystem eingeführt wird, das genau das verhindern soll, wird es eine Woche später eh' wieder in Europa oder Asien geknackt. Aber als öffentliche Bibliothek ist es eine tolle Sache.

Vic: Ich mochte das Internet nicht, bis ich gemerkt habe, dass unsere Fans sich durch das Internet über unsere Arbeit informierten, genauso wie sie uns über sich selber auf dem laufenden halten. Jetzt nutze ich es hauptsächlich für geschäftliche Sachen. Und (lacht) Kinderpornos.

Dave: Vic muss nie mehr in obskure Läden.

Vic: Ja, ich muss nicht mehr nach Japan für guten Fesselsex. Es ist immer da, wenn ich es brauche. Nein, aber im Ernst: Alles was Information ins Volk bringt, ist cool.

Dave: Das Problem ist aber, dass die Leute nicht mehr vor die Tür müssen, um Sachen zu erledigen oder Leute zu treffen, und so. Die sitzen schön im Sessel und chatten. Und da können sie sich dann nach Herzenslust über sich gegenseitig anlügen und so wichtige Sachen sagen wie: »Wo bist du?«, »Was hast du an?«, »Welche Oberweite hast du?« und solche Sachen. Das ist nicht mehr spaßig.

Perry Slalom: Das Internet wird ja auch z.B. von Rechtsradikalen als Plattform missbraucht.

Dave: Apropos: Vic trägt manchmal einen alten Parka mit Deutschlandflagge und muss sich ständig Scheiß anhören, wie z.B. dass er Nazi sei und so. Ist eure Flagge nationalistisch?

Perry Slalom: Nein. Studenten im letzten Jahrhundert haben die Flagge 1848 zum ersten Mal benutzt, als Deutschland zersplittert war und sie für Demokratie und einen Nationalstaat eintraten.

Vic: Das gibt es auch nur in Europa. Die Leute denken hier so nationalistisch und betrachten selbst ihre Nachbarstaaten total misstrauisch. Selbst in Belgien, wo es zwei Völker gibt, können die sich gegenseitig nicht leiden.

Dave: Das wird ja alles anders, wenn Europa ein Staat wird, so wie die USA.

Vic: Das ist genauso typisch. Die Regierungen hier kopieren immer die Politik von anderen Ländern. Die Russen hatten totale Probleme, weil sie die deutsche Idee vom Sozialismus kopiert haben. Jetzt kopieren sie den amerikanischen Kapitalismus und alles wird noch schlimmer. Ich finde, jede Regierung sollte ihre Probleme auf die eigene Art anpacken und nichts kopieren. Probleme werden immer am besten vor Ort und lokal gelöst.

Dave: Ja, wie im Staat New York. Die Landespolitik hier wird im Verborgenen gemacht. Die Leute interessieren sich nicht dafür, weil sie so langweilig ist. Aber die machen effektive Gesetze und gehen viele Probleme an. Anders als die Bundesregierung. Die argumentiert nur mit emotionalen Themen, wie Schwangerschaftsabbruch und Höchstbesteuerung und so. Und im Wahlkampf zählt dann, wer die meisten Spenden gesammelt hat.

Vic: Aber man sieht ja, nicht alles wird ideal gelöst, wenn es die falschen Leute machen. Wie in unserem Fall, wo Livemusik, die so wichtig ist für uns, in N.Y. beschnitten wird und uns die Auftrittsmöglichkeiten fehlen.

Perry Slalom: Na ja, dann hoffe ich, dass die Möglichkeit, hier zu spielen, euch für eure Abstinenz in N.Y. entschädigt. Hier seid Ihr jedenfalls immer willkommen. Danke, dass Ihr hier wart und viel Spaß bei eurem Auftritt und der weiteren Tour.