Perry Slalom berichtet:
The Special Guests am 8.5.2004 in der Wuppertaler Börse

Fotos auf dieser Seite: Urs - ska-pics

Ha! Wie schreibt man eigentlich eine Kritik über eine der ersten Bands, die man gebucht hat? Und die gleichzeitig die erste war, die man bei sich zu hause hat schlafen lassen? Gleich vorneweg: Als Kopisten, wie vor Urzeiten in einer Rezi über ihr Treppenwitz-Album, bezeichne ich sie never ever auf gar keinen Fall mehr. Als Musikjournalist tut man sich ja von allen Aufgaben mit der am schwersten, gut gehegte Vorurteile aufzugeben. Macht bei den Specials Guests aber Sinn.

Denn erstens sind sie super sympathisch (was ja eigentlich außen vor bleiben sollte bei musikjournalistischer Arbeit), zweitens aber haben sie unlängst alle Möglichkeiten, sich aufs Kopistentum zu beschränken, ausgelassen. Der entscheidende Termin war der 08.05. in der Wuppertaler Börse. So viele Kleinigkeiten gingen schief im Umfeld: Die Ticketzentrale verkaufte die Tickets bezogen auf »DJ Perry Slalom«, unglaublich peinlich, was die Berliner mit einem souveränen »Hallo, wir sind Perry Slalom & The Special Guests« allerdings selbstironisch toppten.

Gottseidank verschlissen sie sich nicht als »Special Guests« (dem Inhalt nach), sondern boten sogar noch Anlaß, ihnen zuliebe talentierte Ruhrpottler als Spezialgäste einzuladen. Wahnsinn! Die Livequalität der Band stellte sich dann tatsächlich als enorm dar. Selbst ohne den ausgefallenen Keyboarder war ihr Ska fett und groovy, sie hatten genügend Eier, ihren Sound kurzfristig umzustellen, so dass sich keine akkustische Lücke auftat. Schnell, langsam, in die Beine oder ins Herz, die Guests wussten genau, wohin sie zu zielen hatten.
Die Selbstironie (die ich ihnen dereinst als Treppenwitz ausgelegt hatte) hatte einen charmanten Humor zur Folge, der auch bad taste-Sonnenbrillen und den auch auf der »Toxic sweet Love« versilberten Schulmädchenpornosong »School Girl« beinhaltet.

Übrigens hab ich noch nie in meinem Leben Leute so freundlich nach ner weiteren Scheibe Schinken fragen sehen, wie die Berliner am nächsten Morgen. Und das in meiner Schmuddelbude. Hups, jetzt ist mir das statt einer Kritik in eine kleine Story ausgeartet. Macht aber nix, über die Special Guests erzähl' ich gerne.

Der 'Sugar Daddy' mit seinem Schulmädchen